Symmetrie und wie man sie erlangt

Vitruvian ManDer vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci (1492)Wer unter Bodybuilding nicht nur das stumpfe Wettrüsten von immer noch mehr Masse versteht, sondern noch ein klassisches – nicht pervertiertes – Verständnis davon hat, der wird auch entsprechende ästhetische Gesichtspunkte nie aus den Augen verlieren. Bodybuilding ist schließlich die Lebensweise schlechthin, bei der Kunst und Können aufeinander treffen, wo sowohl Ästhetik, als auch Leistung unabdingbar sind.

Dies ist das wahre Bodybuilding. Ein Bodybuilding, dass für jeden normalen Menschen durchführbar ist – die Vervollkommnung des eigenen Körpers im eigentlichen Sinne. Anabole Steroide sind nicht notwendig, um einen schönen und muskulösen Körper zu entwickeln. Sie sind nur notwendig, um ein übertriebenes Maß an Masse aufzubauen und das auch noch auf Kosten der eigenen Gesundheit. Doch kann ein kranker Körper überhaupt noch schön sein? Geht Bodybuilding hier überhaupt noch den richtigen Weg? Sollte diese wunderbare Lebensweise nur für diejenigen Menschen wirklich erreichbar sein, die bereit dazu sind, illegale Wege einzuschlagen und ihre Gesundheit zu riskieren?

Nein! Wahres Bodybuilding ist nur das, bei dem der Körper sowie seine Leistung und Erscheinung im Vordergrund stehen und nicht auf dem Spiel.

Bodybuilding ist für alle da

Die genetischen Grundlage, sprich die körperliche Veranlagung eines Menschen legt der körperlichen Entwicklung somit keine Grenzen auf; sie bilden nur ihre Grundlage. Jeder Mensch kann seinen eigenen Körper im Sinne ästhetischer Kriterien symmetrisch aufbauen und proportioniert ausformen.

Viele Menschen leben ihr gesamtes Leben mehr oder weniger planlos vor sich hin. Sie haben zwar individuelle Ziele, aber dennoch bringen nur die wenigsten auch einen entsprechend starken Willen dazu auf, die Verwirklichung dieser Ziele auch in die eigene Hand zu nehmen. Vielmehr überlassen sie die Entwicklung ihres Lebens und noch viel mehr die ihres Körpers dem Zufall oder Schicksal.

Die Verantwortung über das eigene körperliche Erscheinungsbild liegt jedoch einzig und allein bei dem einzelnen Menschen selbst. Er besitzt das Potential, seinen Körper als lebende Statue zu erkennen und diese wie ein Bildhauer durch entsprechende athletische Maßnahmen zu formen. Der erste und wichtigste Schritt lautet somit: Erkenne Dein Potential!

Masse mit Klasse

Es kommt nicht darauf an, wie viel Umfang Dein Oberarm misst oder wie viel Du wiegst. Der Gesamteindruck zählt! Und genau in diesem Punkt steckt eine Menge Potential für jeden von uns. Korrektes Bodybuilding verlangt nicht einfach nur nach noch härterem Training und noch mehr Masse. Es geht hier vor allem um Klasse statt Masse. Natürlich kann man bekannterweise aus einem Kieselstein keine Statue meißeln und ein grundlegendes Muskelvolumen ist auch absolut notwendig, um überhaupt von Bodybuilding sprechen zu können. Schließlich baut man eine Kathedrale auch nicht nur aus Luft und Balken. Masse ohne Klasse ist somit der Untergang des wahren Bodybuildings und Klasse ohne Masse ist kein Bodybuilding.

Erst beides zusammen macht den Unterschied aus. So war es Frank Zane z.B. möglich 1968 den 'Mr. Universum'-Titel zu gewinnen, indem er durch sein absolut bestechendes ästhetisches Äußeres Arnold Schwarzenegger ausstach und das, obwohl dieser satte 25 kg mehr Masse auf die Waage brachte. Zane trat teilweise mit nur 84 kg Körpergewicht an und ließ dabei regelmäßig viel massigere Athleten im Schatten stehen.

Und sie wussten nicht, was sie taten

Bereits hier beim Aufbau der grundlegenden Masse begehen viele nämlich schon frühzeitig diejenigen Fehler, die die meisten auch ein Leben lang in einem deformierten Erscheinungsbild zur Schau tragen müssen. Die Kompensationsmuskulatur des klischeeüberhäuften Discopumpers beläuft sich z.B. klassischerweise auf Brust und Arme. Wer jedoch diese Schwerpunkte für sein Training setzt, macht sich nicht nur zu einer Lachnummer auf zwei Storchenbeinen, sondern gefährdet dabei auch noch die eigene Gesundheit (durch muskuläre Dysbalancen).

Natürlich behauptet so gut wie niemand ernsthaft von sich, er sei ein Discopumper. Dennoch hat jeder von uns seine Lieblingsmuskeln und auch bestimmte Muskelgruppen, die er sträflichst vernachlässigt. Das Ergebnis kann man in jedem durchschnittlichen Studio begutachten. Entsprechende muskuläre Dysbalancen lassen sich gut an der jeweiligen Haltung erkennen. Vernachlässigte Rückenmuskeln führen z.B. zu einem eingefallenen Brustkorb, da die überproportionierten Brust- und Bauchmuskel mit ihrer höheren Grundspannung die Schultern und die Wirbelsäule nach vorne ziehen. Auch immer wieder ein Hinkucker sind diejenigen, die dickere Oberarme als Beine mit sich herumschleppen und den ganzen Tag nur am Curl-Pult stehen, um diesen ästhetischen Stilbruch noch mehr zu verstärken.

Selbst wenn dieses Panoptikum des Hantelsports manchmal sehr erheiternd sein kann und die entsprechenden Protagonisten viel Herzblut hineinstecken, sich bei Training und Ernährung die redlichste Mühe geben und vielleicht sogar die Ratio der Pharm walten lassen, so hat all dies jedoch überhaupt nichts mit echtem Bodybuilding zu tun.

No Brain, No Gain

Bodybuilding ist gezieltes Vorgehen mit Köpfchen. 'No Brain, No Gain' ist hier die Devise. Während meines Philosophiestudiums habe ich mich u.a. auf das Gebiet der Ästhetik spezialisiert und auch hier im Reich des Schönen bewähren sich zwei bedeutende Annahmen:

  1. Es lassen sich intersubjektive Gesichtspunkte finden, die wir (normalerweise) alle als schön empfinden.
  2. Alles hängt mit allem zusammen – der Gesamteindruck zählt.

Der erste Punkt befasst sich mit der Symmetrie unserer Erscheinung: Je symmetrischer ein Körper ist, desto schöner erscheint er uns auch. Symmetrie bedeutet dabei vor allem, dass einerseits die linke Körperhälfte möglichst wie die rechte Körperhälfte aussehen sollte und andererseits, dass Ober- und Unterkörper auf einem vergleichbaren Entwicklungsstand sein sollten.

Der zweite Punkt befasst sich mit der Proportionalität unserer Erscheinung: Nur wenn bestimmte Proportionen (Verhältnismäßigkeiten) zwischen den einzelnen Muskelgruppen gewahrt sind, kann man auch von einem wirklich ästhetischen Körper sprechen.

Jede einzelne negative Veränderung in Punkten der Symmetrie oder Proportionalität führt nun auch zu einer Verschlechterung des optischen Eindruckes insgesamt.

Doch wie können wir diese Grundsätze nun pragmatisch umsetzen?

Das richtige Fundament gießen

Wir sind Natur und die Vervollkommnung unseres Körpers im Sinne seiner natürlichen Veranlagung erscheint uns als ästhetisch. Aus diesem Grund sind es vor allem die natürlichen Bewegungen, die wir als Grundlage unseres 'Ästhetiktrainings' priorisieren sollten. Zu nennen sind hier das (Knie-)Beugen und (Kreuz-)Heben sowie alle nur erdenklichen Variationen des Ziehens und Drückens: z.B. Klimmzüge, Rudern, Bankdrücken, Frontdrücken, Dips usw.

Wenn wir uns auf diese Grundübungen spezialisieren, entwickeln wir automatisch einen ausgewogenen Körperbau. Indem wir bei diesen Übungen nämlich immer mit beiden Armen und/oder Beinen arbeiten, ist schon einmal eine symmetrische Entwicklung gewährleistet. Hinzu kommt, dass wir bei all diesen Übungen mit den Extremitäten (Arme und Beine) das Körperzentrum trainieren. Auf diese Weise entwickeln wir erstklassige Proportionen. Viele denken, dass man ohne entsprechende Isolationsübungen die Arme und Beine nicht ausreichend aufbauen könnte, dies ist jedoch ein Trugschluss. Schließlich werden diese bei all den natürlichen Übungen des Beugens, Hebens, Ziehens und Drückens immer schon ausreichend belastet und mittrainiert.

Wer hier dennoch Isolationsübungen einsetzt, bringt das natürlich ästhetische Erscheinungsbild sogar viel mehr in Gefahr, als dass er es verbessern würde. Auf diese Weise der isolierten Stärkungen entstehen erst viele Dysbalancen, die man dann in späteren Trainingsjahren mit hohem Aufwand wieder ausgleichen muss oder vielleicht sogar nie wieder los wird.

Aus diesem Grund sollte man derartige Dysbalancen, die sich sowohl gesundheitlich als auch ästhetisch negativ auswirken werden, von Anfang an durch richtiges Training vermeiden. Vollständig lässt sich dies jedoch erst machen, wenn man auch beim Training mit den Grundübungen richtig vorgeht.

Der wichtigste Grundsatz sollte hier lauten, dass man auch in allen nur möglichen Bewegungsrichtungen die entsprechenden Übungsvariationen so trainieren sollte, dass sie in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Kniebeugen und Kreuzheben sollten in gleichem Maße trainiert werden und zwar in allen nur denkbaren Variationen des Standes (weit, mittel, eng, gestreckt, Sumo), der Hantelablage (normale Kniebeuge: oberer Rücken, Frontkniebeuge: vordere Schultern, Reißkniebeuge: ausgestreckte Arme) und des Griffs (weit, mittel, eng, proniert, supiniert, Kreuzgriff).
  • Die Zugübungen sollten sowohl vertikal (Klimmzüge, aufrechtes Rudern, Umsetzen) als auch horizontal (vorgebeugtes Rudern, Bankziehen) in allen nur erdenklichen Griffbreiten und -variationen trainiert werden.
  • Die Drückübungen sollten ebenfalls auf diese vielseitige Weise trainiert werden: Frontdrücken, Bankdrücken und Dips stehen hier im Vordergrund und auch bei Ihnen gilt es, verschiedene Neigungswinkel sowie Griffarten und -breiten zu nutzen. (Insbesondere beim Drücken ist es von ästhetischer Bedeutung, das Überkopfdrücken nicht zu vernachlässigen, um anstatt einer hängend wirkenden Erscheinung des Pectoralis einen möglichst prallen Brustmuskel zu erlangen.)

Wer so vorgeht, wird über kurz oder lang einen äußerst ästhetischen Körperbau errichten können, da alle potentiellen Fehlerquellen, die erst durch Isolationsübungen auftauchen, von Anfang an ausgeschaltet sind. Auf diese Weise wahrt man sowohl die äußere, als auch die innere Symmetrie.

Die innere Symmetrie ist die Voraussetzung für ein langfristig beschwerdefreies Training. Bei ihr geht es vor allem um eine ausgewogene Entwicklung der inneren, tieferliegenden und stützenden Muskulatur, z.B. der Rückenstrecker oder der Rotatoren-Manschette.

Gesondert zu betrachten und trainieren ist die Bauchmuskulatur, damit diese in einem ausgewogenen Verhältnis zur Rückenmuskulatur der Lendenregion steht, die durch schweres Beugen und Heben bereits sehr gut trainiert wird. Hier sollte man genauso, wie auch bei den anderen Muskeln vorgehen und den Fokus auf die Intensität des Widerstandes legen und nicht auf möglichst viele Wiederholungen.

Das richtige Training zur Behebung von ästhetischen Schwächen

Wer nun bereits ein paar Jahre fortgeschritten ist, wird über kurz oder lang durch seine Veranlagung, unbewusste Schwerpunktsetzung, bewusste Vorlieben, seinen Lebensstil, andere Sportarten und falsches Training (mit Isolationsübungen oder zu wenig Variation) die ein oder andere ästhetische Schwäche entwickeln, die es zu beheben gilt. Frank Zane ist nur so vorgegangen.

Während andere auf generellen Massezuwachs aus waren, hat er sich immer gezielt um die Behebung einzelner Schwächen gekümmert und ist damit sehr gut gefahren. Bis heute gilt er dem Bodybuilding, als ästhetisches Vorbild.

Er hat jedoch rein auf die Erscheinung hin trainiert und deswegen zur Behebung dieser Schwächen sehr viele Isolationsübungen eingesetzt. Ich möchte Dir im Folgenden nun mein bewährtes Konzept vorstellen, mit dem meine Kunden und ich sehr gut fahren. Meine Vorgehensweise hat nämlich einen Vorteil: Neben der ästhetischen Entwicklung lässt sich gleichzeitig das eigene Leistungsvermögen gezielt steigern und somit hat man mehr Erfolg in kürzerer Zeit.

Das etwas effizientere Vorgehen

Ästhetische Schwächen äußern sich primär durch ungenügende Proportionen. Diese können – im massetechnischen Sinne – einerseits durch zu schwache Muskelgruppen und andererseits durch zu starke Muskelgruppen entstehen.

Anstatt nun jedoch die starken Muskelgruppen zu vernachlässigen und den Schwerpunkt (durch den verstärkten Einsatz von Isolationsübungen) auf die schwachen Muskelgruppen zu verlegen, sollte man viel eher die Trainingsweise der einzelnen Muskelgruppen variieren und bei den Grundübungen bleiben.

Es geht somit nicht darum, was man trainiert und was nicht, sondern vielmehr darum, was man wie trainiert. Von Anfang an sollten wir uns jedoch klar machen, dass bei unserer bisherigen Trainingsweise nicht einzelne Muskeln aus dem Zusammenhang des Körpers gerissen zu schwach wären, sondern immer nur einzelne Bewegungsvariationen der Grundübungen, die wir evtl. vernachlässigt haben und die sich dann in entsprechenden Schwächen der Erscheinung verkörpern.

Um massetechnische Defizite aufzuholen, müssen wir nun einfach die vernachlässigte Übungsvariation mit dem Schwerpunkt auf Hypertrophie trainieren und die zu stark repräsentierten Muskelgruppen trainieren wir entweder auf Kraftausdauer oder auf Maximalkraft. Auf diese Weise können wir auf eine ganzheitliche Art und Weise die Symmetrie und proportionale Ausgeglichenheit unseres Körpers wieder herstellen und optimieren.

Stellen wir uns z.B. vor, dass wir eine Schwachstelle in der oberen Brustregion haben, ansonsten aber alles i.O. ist, dann trainieren wir einfach für den nächsten Trainingszyklus den restlichen Körper auf Maxkraft oder Kraftausdauer, aber Schrägbank- und/oder Frontdrücken mit Hinblick auf Hypertrophie.

Wenn wir zum Discopumper neigen, trainieren wir den gesamten Oberkörper auf Max oder Ausdauer und den Unterkörper mit Kniebeugen auf Hypertrophie.

Wenn es am Trizeps mangelt gehen wir vergleichbar vor, trainieren aber schwere Dips und enges Bankdrücken in Hinblick auf Hypertrophie. Beim Bizeps gilt genau das gleiche Vorgehen, nur das hier enge Klimmzüge mit Untergriff (supiniert) und Zusatzgewicht die entsprechend sinnvolle Übung wäre.

Das Ganze ist vom Prinzip her also sehr simpel und kann von jedem, der sich mit dem Training und den Übungen ein wenig auskennt, erfolgreich angewendet werden.

Doch wie erkennt man ästhetische Mangelerscheinungen?

Neben dem Blick in den Spiegel gibt es ein paar handfeste Zahlen und Verhältnisse, an denen man sich sehr gut orientieren kann.

Sofern man sich auf die schweren Grundübungen konzentriert hat, ist die Spiegelsymmetrie der beiden Körperhälften unter normalen Umständen schon einmal gewährleistet. Auch die Proportionen sollten einigermaßen gut gesetzt sein. Um dies jedoch überprüfen zu können, gibt es einen einfachen Test, den ich bei meinen Kunden beim ersten Mal immer durchführe.

Dazu muss man nur die drei Maße von Wade, Oberarm und Hals nehmen. Wenn diese drei Maße einigermaßen übereinstimmen, dann kann man schon einmal von einem einigermaßen gut proportionierten Körper ausgehen.

Oft jedoch ergibt sich ein Missverhältnis zwischen der Entwicklung des Oberkörpers und der des Unterkörpers. Um herausfinden zu können, wie es da um einen bestellt ist, wende ich immer folgende Methode an, die ich erstmals beim BBLex im Internet gefunden habe:

Dazu geht man folgendermaßen vor:

  • Oberkörper: Messe und addiere die Maße von Hals, Brustkorb, sowie beiden Ober- und Unterarmen.
  • Unterkörper: Messe und addiere die Maße von Hüfte sowie beiden Oberschenkeln und Waden.
  • Nun teile die Summe der Oberkörpermaße durch die Summe der Unterkörpermaße.

Ein Ergebnis zwischen 0,995 und 1,005 ist hier optimal. Je mehr hier das Ergebnis über 1,005 liegt, desto mehr weist der Unterkörper massebedingte Schwächen auf und je weiter es unter 0,995 liegt, desto mehr Aufmerksamkeit muss dem Oberkörper gewidmet werden.

Auf dieser Grundlage hat man somit unabhängig von der Gesamtmasse immer einen Maßstab, an dem man einigermaßen verlässlich überprüfen kann, wie es um den ästhetischen Gesamteindruck des Körpers bestellt ist – sofern man ihn auch primär mit Grundübungen trainiert.

Im Bodybuilding geht es somit nicht einfach nur um stumpfen Masseaufbau, sondern um gezielt provoziertes Wachstum im Sinne ästhetischer Gesichtspunkte.

Symmetrie hört hier jedoch bei weitem nicht auf. Am wichtigsten erscheint mir immer noch die Symmetrie zwischen Sein und Schein, zwischen Leistung und Erscheinung, zwischen Kraft und Masse. Aber das ist ein anderes Kapitel... oder wie stehst Du dazu?


Kommentare

Hallo, hab ein riesengroßes

Hallo, hab ein riesengroßes Problem!
Da ich ziemlich früh (16 Jahre) angefangen hab mit Fitness und im grunde eigentlich nur bizeps und brust trainiert hab, laufe ich jetzt mit einem ziemlich deformierten Körper rum! Das hat zur folge, dass jeder der mich sieht lachen muss! Bin auch noch ziemlich klein und dünn!
Meine Frage: Ist es noch möglich wieder einen noprmalen Körper hinzubekommen bzw. so zu trainieren, das ich wieder einen normalen körper habe?

Symmetrie L/R

Hallo Christian,

ich trainiere fast nur Grundübungen und arbeite viel am PC, dadurch haben sich scheinbar einige Sehnen bzw. Muskelaprtien (Nacken?) "verkürzt", d.h. wenn ich den Kopf nach links lege treten an der rechten Halsseite deutlich Sehnen hervor und meine Schulter ist auch ein wenig "vorgekippt".
Ich versuche das durch bewusstes "nach-hinten-ziehen" der rechten Schulter einigermassen auszugleichen und versuche ebenso, die rechte HAls/Nackenseite zu dehnen.
Mein Hauptproblem ist allerdings, dass ich speziell beim Bankdrücken leichte Probleme in der rechten Schulter verspüre wenn ich diese nicht mit Anstrengung nach hinten ziehe und so in die richtige Position bringe. KLingt schlimmer als es ist, wie auch immer..
Aufgrund dieser Fakten bekommt die rechte Brust nicht dieselbe Intensität "ab" wie die linke, links ist alles normal, ich kann die komplette Brust spüren, anspannen und gezielt trainieren, doch rechts geht die Belastung subjektiv oft an der Brust vorbei.
Meine rechte obere Brust ist leider deutlich schwächer ausgeprägt als die linke Seite und meine Frage ist nun, wie kann ich dem entgegenwirken? Ich möchte dass die rechte Seite "aufholt" und vor allem die Schulterproblematik in den Griff bekommen bevor das ganze mal wirklich Probleme macht.
Eine Ferndiagnose erwarte ich nicht, aber es wäre nett ein paar generelle Tips zu bekommen wie man Unsymmetrie links/rechts angehen kann.
Die rechte Schulter "knackt" übrigens auch gerne mal wenn ich Bankdrücken mache und es fühlt sich an als würd ne Sehne überspringen.
Ein Link oder Tip zum Dehnen des Problembereichs wäre auch toll. Ich habe das Gefühl durch das "Maus-Geschiebe" ist die Schulter rechts zu weit vorne und zu weit oben...wie kann man sowas in den Griff bekommen?

Danke fürs Lesen und danke für deine Beiträge die sehr motivierend und aufschlussreich sind

Jan

Gleichmäßige Beanspruchung

Hallo Jan,

erstmal nicht zu viel herumdeuten - falls das der Fall sein könnte. Ganz schnell sehen wir Menschen nämlich Probleme, wo überhaupt keine sind. ;)

Versuche zu lernen, beide Körperhälften beim Training gleichmäßig anzusprechen - oftmals geht das nur durch starke Konzentration und weniger Gewicht.

Und - so simpel das auch klingen mag - versuche so oft wie möglich zu trainieren und auch so vielseitig wie möglich. Ein hochfrequentes ausgewogenes Training ist eine sehr gute Grundlage, um den Körper wieder ins Lot zu bekommen.

Aber auch hier geht natürlich nicht alles von heute auf morgen. Geduld muss dabei sein.

die symmetrie schon immer verkorkst?

hi ;) im bezug auf symmetrie habe ich da eine besondere frage.. du empfiehlst mehrgelenksuebungen only! an und für sich absolut verständlich. ich allerdings, bin mit einem ENORMEN gluteus auf die welt gekommen, dazu noch mit einem hohlkreuz bestraft. doch selbst wenn ich dieses nicht hätte, dieser muskel,vom trainingspartner nurnoch als "tumor" benannt, sieht schon absolut nicht mehr schön aus. mit zunehmendem gewicht wird die sache ja auch nurnoch schlimmer, progressivität lässt grüßen :)
bereits vor dem gewichtetraining erntete ich schon viele sprüche(auch seitens der mädels,aber langsam nimmt es züge an,die nicht mehr annaehernd an symmetrie erahnen lassen)

führe derzeit kreuzheben und frontkniebeugen aus, kraftwerte sind zwar noch nicht sooo hoch (fkb 90 arbeitsgewicht, kreuzheben 155 ag ), dennoch lässt mich dieser riese (oder eher riesen *g*) keine ruhe. ich moechte noch staerker werden, möchte noch mehr aus mir rausholen, aber es passt einfach nicht mehr. der oberkörper hinkt, die beine sind gut aber der glut ? ne!

was könntest du mir da empfehlen? der oberkörper muss unbedingt nachziehen und ich habe angst,das ich mir durch schweres beugen noch mehr fleisch draufpacke,selbst wenn es im 20er bereich ist..
gruß kevin ;)

Gluteusüberschuss

Hey Kevin,

erstmal Ruhe bewahren und Sicherheit ausstrahlen. ;)

Wenn Du genetisch bedingt bereits mit entsprechendem Schwerpunkt im Beckenbereich auf die Welt gekommen bist, bedeutet dies noch lange nicht, dass er auch unverhältnismäßig wächst.

Also trainier erstmal normal weiter und messe regelmäßig den Poumfang sowie den Oberschenkelumfang. Erst wenn diese beiden Maße sich ungleichmäßig entwickeln, besteht Anlass zu Sorge - vorher nicht und prinzipiell ist dies auch unwahrscheinlich.

Dennoch solltest Du evtl. bereits vorab gegensteuern und die restl. Muskeln stärker ausbilden:

- Also beim Beugen und Heben die Hüftstreckung nicht betonen, sondern eher das Beugen/Strecken der Beine.
- Viel Wert auf Rumpf- und generelles Oberkörpertraining legen: Bauch, Lat, Rückenstrecker, Brust, Trapez und Co müssen nachziehen durch Masseaufbau (schweres Rudern/Klimmziehen und Drücken nach oben, unten und horizontal)
- Zudem würd ich in dem Fall auch ruhig mit Beinstrecker, Beincurler und Wadenheben (sitz./st.) arbeiten.

Gezielt darf man ruhig mit Iso-Übungen arbeiten. Und mach Dir nicht so viel Sorgen - Dicke Ärsche kommen grad in Mode ;)

Anteil Kettlebell-Training am Krafttraining

Hallo Christian,

ich wäre Dir für eine Feedback dankbar, welcher Anteil Kettlebell-Training am Krafttraining haben sollte und wie ich es in meinen Trainingsplan integriere.

Ich trainiere grundsätzlich dreimal wöchentlich per Langhantel - abwechselnd Frontkniebeugen, Kreuzheben, rumänische Kreuzheben-Variante oder aber Bankdrücken, Klimmzüge; jeweils 6 Sätze. Von Trainingsmaschinen halte ich mich fern. Insgesamt tut mir das Training sehr gut!

Mein Ziel ist es, mehr Kraft und Masse zu gewinnen.

Was hältst Du vom Sandbag-Training?

Über Dein Feedback würde ich mich sehr freuen!

Gruß,

Alex

Kettlebell; Sandbag

Hai Alex,

solches Training kann ergänzend gut eingesetzt werden - solange der Schwerpunkt bei progressivem Freihanteltraining bleibt; zumindest bei der Zielstellung.

Ansonsten wird alles, was hier über 20 Wdh. am Stück hinausgeht sich so gut wie überhaupt nicht mehr in Masse- und Kraftzuwächsen kenntlich machen und ist somit vielleicht Fitness, aber in puncto Kraft- und Masse nichts anderes als Zeit-, Energie und Potenzialverschwendung.

Wenn ich bedenke, dass hier viele Ihre Kettlebell teilweise minutenlang schwingen, dann sollte denjenigen klar sein, dass sie an ihrem Masse- und Kraftziel gewaltig vorbeitrainieren.

Selbst für Gewichtheber gilt dies. Matthias Steiner hat mir im Interview für das HFT-Buch auch ähnlich geantwortet:

Die Gewichte am Trainingsplan werden frühestens bei 70 Prozent der jeweiligen Bestleistung gezählt. Alles andere ist kein „wirksamer Bereich“...

Ein Training in diesem wirksamen Lastenbereich ist jedoch keineswegs für so viele Wdh. möglich. In dem Sinne ist ein angebliches Kraft- und Massetraining mit zu vielen Wdh. am Stück nichts weiter als ein sicherlich gutes Ausdauer- und Koordinationstraining - mehr jedoch nicht.

Aus diesen Gründen verzichte ich z.B. fast vollständig auf solche Eskapaden, da sie z.B. von meinem eigenen Trainingsschwerpunkt (Kraft, Masse) stark ablenken, indem sie nicht unerheblich Ressourcen verschlingen.

Sporadisch eingebracht ist so etwas jedoch sicherlich eine nette Abwechslung. Und wenn man eigene Ziele im Ausdauer und Koordinationsbereich hat, ein guter Weg.

Bauch

Hi,

wird der Bauch durch die schweren Mehrgelenksübungen genügend trainiert oder muss man ihn um Dysbalancen vorzubeugen gesondert trainieren? Wenn ja, mit welchen Übungen?

Vielen Dank im Voraus!

Bauch

Das ist individuell verschieden - der Bauch wirkt bei diesen Übungen stabilisierend mit und wird dadurch gestärkt. Je nach Athlet kann bereits dies zu Massezuwächsen führen.

Wer hier dennoch Probleme hat, sollte darüber hinaus entsprechende Bauchübungen - mit progressiven Widerständen - trainieren.

Hallo, da ich sonst nichts im

Hallo,

da ich sonst nichts im internet zu dem thema gefunden habe, wollte ich fragen ob du mir vielleicht einen rat geben kannst.

und zwar habe ich früher zu viel am pc gesessen, und jetzt steht die untere spitze meines rechten schulterblattes ein wenig ab. das würde ich gerne durch training/korrekte haltung korrigieren.

ich trainiere seit ungefähr einem halben jahr fast täglich, mache wie ich finde gute fortschritte, doch dieser mängel hat sich wie ich finde noch nicht wirklich gebessert.
bis jetzt dachte ich durch klimmzüge/dips kann ich das korrigieren, aber es zeigt nicht wirklich wirkung, vielleicht braucht das ganze auch einfach mehr zeit.

hast du irgendeine idee was ich machen könnte?

Kleiner Nachtrag

Ich konnte das Problem nahezu beseitigen.
Der Trick war schlichtweg eine korrekte Haltung zu erlernen und ein wenig Geduld.
Ich habe gelernt, die Schulterblätter einfach im Lat zu verstecken.
Dadurch werden die Schultern gerade, der Lat kommt schön raus und die Brust ist auch aufgerichtet.

Keine Ferndiagnosen

Ferndiagnosen sind in solchen Punkten nie sinnvoll. Solange es sich nur um eine optische Auffälligkeit handelt, würde ich weiterhin schwerpunktmäßig und ausgewogen die grundlegenden Mehrgelenksübungen trainieren und sehen, wie es sich langfristig entwickelt.

Wenn es Probleme darüber hinaus gibt, wäre es sinnvoll, einen kompetenten Ansprechpartner aufzusuchen...

Okay, vielen Dank. Übrigens

Okay, vielen Dank.

Übrigens auch ein Danke für diese Website hier.
Du schreibst genau die Gedanken auf die mir auch schon immer durch den Kopf gehen, die ich aber nie so formulieren könnte.

Du bist ein Stückweit echt ein Vorbild für mich, ich bin jetzt 16 Jahre alt und werde versuchen, genauso konsequent mein Training durchzuziehen wie du. :)

Als nächstes will ich mir dein Buch bestellen, leider bin ich nicht ganz so flüssig, aber das kriege ich schon hin :)

Waden!

Hey, Lupus!

Und wie sieht es mit den Waden aus??

Wie willst du die mit Grundübungen auftrainieren?!? oO

greetz

Waden!!!

Bei kaum einer anderen Muskelgruppe grinst uns wohl die genetische Bedingtheit unseres Muskelwachstums krasser ins Gesicht als bei unseren Waden.

Einige wenige Bekannte von mir haben z.T. gewaltige Waden, obwohl sie nur laufen oder semischwer trainieren.

Das Gros jedoch hat hier gewaltige Defizite. Ich habe viel probiert und früher - zu Schulzeiten - sogar eine komplette Trainingsmaschine für stehendes Wadenheben dem örtlichen Fitnesscenter günstig abgekauft und in meinen Trainingskeller verfrachtet. Dort habe ich versucht, was ich - damals - konnte. Aber viel hat sich nicht getan.

Später, als ich mich noch mehr auf schwere Grundübungen konzentriert hatte, haben die Waden immer nur dann zugelegt, wenn ich auch beim schweren Heben und Beugen an Last zugelegt habe und diese auch noch mit hohen Wdh.-Zahlen gepaart habe.

Fürs Wadentraining benötigt man wirklich übermenschliche Gewichte und das auch noch für weit überdurchschnittliche Wdh.-Zahlen. Bei vielen zeigen sich auch erst Erfolge, wenn sie teilweise weit über 20 Wdh. gehen.

Ein Bekannter von mir macht 50 Wdh. in der Beuge mit 100 kg. Der hat ganz gute Waden :)

Natürlich kann aber auch jeder sein eigenes Wadenzusatztraining machen - wenn er davon überzeugt ist - er sollte jedoch darauf achten, dass dieses nicht das normale Beuge- und Hebetraining behindert. Denn das geht immer vor, ebenso wie der Grundgedanke:

-> Wer dazu fähig ist, wirklich hohe Lasten für viele Wdh. beugen oder heben zu können, der wird auch keine schwachen, bzw. dünnen Waden haben.

Das mit den benötigten

Das mit den benötigten übermenschlichen Gewichten lässt sich mit folgender Überlegung nachzufolziehen. ...
Bei jeder körperlichen Bewegung im Alltag wird jeweils abwechselnd das gesamte Körpergewicht bewältigt. Und das beiläufig und den ganzen Tag über(Bewegung vorausgesetzt). Dieser Muskel ist also seiner Größe zum trotz sehr stark und damit äußerst effizient.
Man brauch aber für das Wachstum ein Vielfaches der Alltagsbelastung. Bei anderen Muskelgruppen geht das Wachstum erst so ab dem 2- 3fachen der Alltagsbelastung (Faktor schwer zu Verallgemeinern) los. Bei nem Körpergewicht von 80kg wird also frühestens bei 150kg etwas verändern,eher 200kg.
Betrachtet man die Gewichte der Wadenheber an Maschinen, die da mit 50kg "spielen", ist es kein Wunder das sich nichts tut...
Hauptproblem bei Wadentraining mit hohen Gewichten ist m.E. die Wadenkrämpfe. Wenn man an seine Leistungsgrenzen kommt geht es meist nicht weiter wegen eben dieser. Wie oft lag ich schon mit schmerzverzerrten Gesicht am Boden^^

Danke für den Artikel. Hat

Danke für den Artikel. Hat mich zum Nachdenken gebracht.

Vielleicht ist folgender Aspekt noch interressant:

Das Gesetz der abnehmenden Renditen (Law of deminishing returns).

Es besagt, dass mit zunehmendem Leistungsniveau weitere kleine Verbesserungen immer mehr Aufwand erfordern.

Hieraus ergibt sich der Ansatz einfach alles gleichmässig zu trainieren. Die schwächsten Muskeln werden dann am stärksten zulegen, während sich bei den stärksten Muskeln nur sehr wenig tut.

Jep

Das ist ein durchaus interessanter und plausibler Gesichtspunkt. Und ein weiteres Argument dafür, dass man viele Probleme, Asymmetrien und Dysbalancen nicht nur durch gleichmäßiges Training verhindern, sondern auch wieder ausbessern kann, ohne sich in den Verwirrungen isolierter Aushilfsversuche zu verirren.