Ein gut gebauter Rücken kann nicht nur entzücken, sondern auch Schränke verrücken. Die klassische V-Form des Oberkörpers ist das Merkmal des athletischen Körperbaus schlechthin.
Jeder wäre gerne breit. Hier fasse ich knapp und verständlich zusammen, wie man dies schnellstmöglich erreichen kann - zumindest in Bezug auf den Körperbau.
Primär kommt es auf die Verhältnisse an und die liegen in unserer Hand. Natürlich sind wir grundlegend durch die Anatomie unserer Knochenstruktur vorbestimmt, aber was ist das schon? Das durchschnittliche menschliche Skelett wiegt gerade mal 10 kg und von dem Rest können wir eine Menge selbst formen. Wie wir uns eine schlanke Taille erarbeiten können, wurde bereits eingehend in dem Artikel Sommer, Sonne, Strandfigur dargestellt.
Hier geht es nun um einen möglichst breiten Rücken und wenn wir von Rückenbreite sprechen, dann beziehen wir uns vor allem auf einen bestimmten Muskel.
Der breite Rückenmuskel, der Lat, ist das Flaggschiff unseres Rückens. Wer ihn richtig trainiert, wird gewaltige Segel setzen können und das auch ohne Rasierklingen unter den Achseln.
Um zu wissen, wie wir ihn am besten trainieren, ist es sinnvoll, in Erfahrung zu bringen, welche Aufgabe er hat und wie er arbeitet.
Dieser flächenmäßig größte Muskel unseres Körpers. entspringt einer breiten und sehr kräftigen Sehnenplatte am mittleren sowie unteren Rücken und endet an den beiden Oberarmbeinen. Seine Aufgabe ist somit das Heranziehen des Oberarmes nach dorsal (zum Rücken hin).
Phylogenetisch (stammesgeschichtlich) betrachtet, hat sich der Latissimus bei höheren Säugetieren (den Primaten) etabliert, da er die Möglichkeit verkörpert, sich bei der Fortbewegung auf allen Vieren abstützen und den Körper hinterherziehen zu können. Desweiteren erlaubt er es uns heutzutage Dinge an uns heranzuziehen. Vor allem ist er jedoch ein Klettermuskel.
Die vertikale Fortbewegung durch die Baumwipfel des Dschungels ist für sehr viele Primaten von enormer Bedeutung. So wie uns die Beine tragen und von 'A' nach 'B' bewegen, so birgt auch unser Oberkörper dieses Potential. Wir müssen es nur wecken. Ansonsten bleibt er so verkümmert, wie er es bisher noch ist.
Also wecke den Gorilla in Dir!
Die Quintessenz des Lat-Trainings sind somit Zugübungen. Zugübungen, bei denen wir unseren Körper nach oben ziehen:
Klimmzüge sind somit die Übung Nr. 1, wenn es darum geht, einen möglichst breiten Rücken aufzubauen.
Weitere Übungen wie vorgebeugtes Rudern oder auch das Lat-Ziehen am Zugturm haben gewichtige Nachteile:
Beim vorgebeugten Rudern wird der untere Rücken stark belastet. Dies ist im Prinzip nicht schlimm, wir werden jedoch gleich sehen, dass auch schweres Kreuzheben für einen breiten Lat von enormer Bedeutung ist. Hier (und auch bei Kniebeugen) wird der untere Rücken bereits mehr als ausreichend gefordert und jegliche weitere Belastung würde hier in eine unnötig lange Verlängerung der Regenerationszeit münden.
Das Lat-Ziehen am Zugturm mag zwar aufgrund seines Namens von vielen als die Übung für Rückenbreite schlechthin aufgefasst, aber in Wirklichkeit nimmt sie hier den letzten Platz ein. Sie ist eine unnatürliche Bewegung. Sich irgendwo hochzuziehen ist natürlich und dafür ist unser Körper geschaffen, aber irgend etwas Schweres zu sich herunterzuziehen, während der Unterkörper verkeilt ist, eine derartige Bewegung kommt in der Natur nicht vor.
Ich weiß, dass klingt etwas spitzfindig, aber hier geht es ja auch darum, alles so perfekt wie möglich zu machen, um maximale Rückenbreite zu erlangen und solche Kleinigkeiten in Summe machen eben nun einmal den Unterschied zwischen Durchschnitt und Erfolg aus.
Auch neigen viele dazu, beim Lat-Zug – aufgrund der einteilbaren Gewichte – viel zu wenig Gewicht zu verwenden. Wer hier jedoch nur mit einem Bruchteil des eigenen Körpergewichtes trainiert, kann es mit der Rückenbreite gleich vergessen.
Der Lat muss ausreichend belastet werden, um ihn zum Wachstum anzuregen und für überdurchschnittliches Wachstum muss er auch überdurchschnittlich belastet werden. Seine Aufgabe ist es, uns nicht nur hängend tragen, sondern auch hinaufziehen zu können. Die durchschnittliche Belastungsintensität für unseren Lat ist somit mindestens unser Körpergewicht.
Mit diesem sollten wir spielerisch an der Stange Klimmzüge in allen nur erdenklichen Variationen beherrschen und auch dazu fähig zu sein, 20 saubere Wiederholungen bewältigen zu können.
Für erfolgreichen Aufbau sollten wir jedoch weitestmöglich viel Zusatzgewicht aufladen. Am besten geht dies, indem wir einen stabilen Gürtel für Zusatzgewichte verwenden, Gewichtswesten tragen, einen stabilen Rucksack mit schweren Scheiben füllen oder uns von einem Kollegen eine schwere Kurzhantel in die Kniekehlen legen lassen.
Wenn man hier erstmal im Kraftrausch ist, wird man gute Kraft- und Massezuwächse verzeichnen können. Hinzu kommt, dass Klimmzüge eine der sichersten Übungen ist, die man sich nur vorstellen kann. Hier kann man bis zum bitteren Ende kämpfen, die negative Phase verzögern und dann selbst völlig entkräftet noch ein paar Sekunden unter voller Gewichtsbelastung an der Stange hängen bleiben.
Du brauchst Motivation für so schweres Training? Dann stell Dir einfach vor, dass Klimmzüge ohne Zusatzgewicht mit dem Training einer Hantelübung mit leerer Stange vergleichbar ist – also Kindergarten. Der Unterschied hier ist nur, dass das Gewicht nicht auf die (Klimmzug-)Stange aufgeladen wird, sondern auf uns selbst und da ist ne Menge Platz. Zusatzgewichte über einen Zentner sind hier noch Durchschnitt.
Der Latissimus macht beim Klimmzug die Arbeit nicht allein. Er wird von vielen Synergisten unterstützt. Der wichtigste ist hier der Bizeps.
Je stärker der Bizeps mit anpacken kann, desto mehr Gewicht wird auch der Lat bewältigen können und desto größer fällt auch der Wachstumsreiz aus. Wir müssen somit für unsere Klimmzüge diejenige Variation auswählen, die Bizeps und Lat am besten zusammen arbeiten lässt - für einen maximalen synergistischen Effekt.
Dies ist genau dann gegeben, wenn wir die Hände supiniert (mit den Handflächen zum Körper und den Daumen nach außen) und die Oberarme möglichst parallel und körpernah halten – also mit eng anliegenden Ellenbogen. In dieser Haltung kann beim Klimmzug am meisten Gewicht bewältigt und der Lat am besten angesprochen werden.
Probier es direkt einmal mit einem Besenstiel oder mit leeren Händen aus: Hände in die Höh, supiniert und schulterbreit und dann ziehe Deine Oberarme kontrolliert möglichst eng am Körper vorbei und versuche es ruhig auch einmal proniert (Handrücken nach außen) und mit breiterem Griff. Du wirst sehen, dass bei der letzten Ausführung sowohl der Bizeps, als auch der Lat weniger intensiv mitarbeiten können. Hier wird eher die Rückenmitte/-tiefe trainiert und nicht die Breite.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der der Höchstkontraktion. Am höchstmöglichen Punkt der Bewegung sollten wir kurz verharren und währenddessen versuchen alle beteiligten Muskeln maximal anzuspannen. Diese Intensitätstechnik verbessert den Trainingseffekt enorm und führt zu einer umfassenderen Beanspruchung der beteiligten Muskelfasern. Probier auch dies bitte direkt jetzt einmal aus. Du wirst sehen, dass sich eine maximale Kontraktion erst nach ein paar Sekundenbruchteilen vollständig entfalten kann. Wenn Du hier jedoch sofort wieder in die negative Phase übergehen würdest, könntest Du diese Möglichkeit nicht für Dich nutzen.
Wo wir gerade beim Thema Höhe sind: Ein Klimmzug endet keineswegs mit der Stange auf Augenhöhe. Erst wenn die Stange das Brustbein berührt, ist es ein sauberer und vollständiger Klimmzug. Doch hier ist noch lange nicht Schluss. Man sollte stets darin bestrebt sein, die Klimmzugstange möglichst weit in Richtung Bauchnabel zu ziehen.
Dabei kommen wir direkt zum nächsten Tipp: Je stärker man beim Klimmzug ins Hohlkreuz geht, desto stärker kann der Lat kontrahieren. Und dieser Effekt ist nicht zu verachten. Bitte direkt ausprobieren: Hände wieder in die Höh und los gehts. Ruhig erstmal mit aufrechtem Oberkörper und dann mit immer mehr Hohlkreuz.
Hier ist ein weiterer Vorteil der Klimmzüge im Gegensatz zum vorgebeugten Rudern. Auch hier würde sich zwar der Trainingseffekt durch ein bewusstes Hohlkreuz verstärken, die Belastung für die Zwischenwirbelscheiben wäre jedoch ungleich höher. Und wenn wir nun unsere jetzige ideale Ausführung der Klimmzüge einmal näher anschauen, in weiter Rücklage, starkem Hohlkreuz und der Stange in Richtung Bauchnabel, dann ähnelt die Zug-Bewegung schon sehr stark der des vorgebeugten Ruderns. Hier entblößt sich jedoch ein weiterer enormer Vorteil:
Der Bewegungsumfang bei dieser Form der Klimmzüge ist um Weiten länger, als der des vorgebeugten Ruderns. Je größer der Bewegungsumfang aber ist, desto umfassender können wir den Lat trainieren und deswegen ist es auch wichtig, die Ellenbogen während der Phase der Höchstkontraktion weitestmöglich nach hinten zu ziehen. Außerdem sollte am Ende jeder negativen Phase der Latissimus voll gedehnt werden.
Darüber hinaus sollten wir selbst dann, wenn wir nicht mehr dazu imstande sind, eine weiter Wiederholung zu schaffen, mit ¾, halben und ¼ Wiederholungen weiterkämpfen und selbst dann, wenn wir unseren Körper keinen einzigen Zentimeter mehr hochzuziehen vermögen, weiterhin darum kämpfen und dabei langsam bis 10 zählen. Auch wenn sich unser Körper dann nicht mehr weiter bewegt, arbeiten unsere Muskelfasern immer noch auf Hochtouren und werden dadurch bis zum bitteren Ende belastet - für einen maximalen Wachstumsreiz.
Mit diesen Vorgaben bist Du bereits bestens für ein möglichst optimales und auf Breite ausgelegtes Rückentraining gewappnet. An einer weiteren Übung wirst Du jedoch nicht vorbeikommen.
Der Lat zieht schließlich die Oberarme nach dorsal und bei keiner anderen Übung wird dies mit schwereren Gewichten gemacht, als beim Kreuzeheben. Heute werde ich nicht auf die genaue Technik dieser überaus wichtigen Übung eingehen, da dies mindestens eines ebensolch langen Artikels bedarf, wie dem vorherigen über die Welt des Kniebeugens .
Es sei jedoch nur kurz erwähnt, dass beim korrekten Heben die Stange immer möglichst körpernah geführt werden sollte, um den Schwerpunkt von Hantel und Körper möglichst übereinstimmend zu haben und es ist natürlich der Lat, der diese Arbeit übernimmt. Insbesondere in der Anfangsphase der Bewegung arbeitet der Lat hier bedeutend mehr, als viele denken, insbesondere dann, wenn man ihn bewusst in das Spiel miteinbezieht.
Probiere es direkt jetzt mit dem Besenstiel oder beim nächsten mal beim Training: Indem Du bereits vor Beginn der Hebephase den Lat kontrahierst, wirst Du bedeutend mehr Power in den Hebeprozess hineinlegen können und der Trainingseffekt für den Lat ist dabei wirklich nicht zu verachten. Kreuzheben mit gestreckten Beinen ist für diesen Zweck sogar noch besser geeignet.
Dies soll es dann auch schon gewesen sein. Weniger ist hier mehr. Mehr Gewicht und mehr Wachstum. Konzentriere Dich auf schweres Heben mit Latbeteiligung und Klimmzüge, so wie ich sie hier vermittle und Du befindest auf dem besten Weg zu maximaler Rückenbreite.
Wer den Rücken eines Gorillas haben möchte, muss auch so trainieren, wie er handelt: Schweres Heben und Bewältigen des eigenen Körpergewichtes und noch höherer Lasten mit den Armen - insbesondere in Bezug auf ziehende/kletternde Tätigkeiten.
Und immer schön an die Regeneration denken. 
Kommentare
Guter Beitrag, aber....
.....was raten Sie einem Trainierenden mit Übergewicht, der weder die Kraft zu -auch nur- einem Klimmzug hat noch die Fähigkeit, sein eigenes Körpergewicht überhaupt mit den Händen zu halten.
Da höre ich als Ratschlag immer nur
a) Gewicht verringern (was ich gerade erfolgreich mache) und
b) Latziehen, bis man genug Kraft hat.
Was meinen Sie dazu?
BG
BB
Latziehen...
ist schon ziemlich unfunktional - auf Grund des fixierten Unterkörpers. Ich würde Klimmzüge aus dem Schräghang ausführen. Dort lässt sich der Widerstand gut justieren.
Hallo, danke für den Tipp, da
Hallo,
danke für den Tipp, da musste ich erstmal googlen, was mit Schräghang gemeint ist.
Gefunden habe dann neben Deiner Lösung auch noch Rack Chins.
Ich werde wohl beide Arten ausprobieren und dann die nehmen, mit der ich besse klar komme.
Was sich allerdings das Umfeld im Studio zu den Verrenkungen denkt, darüber mache ich mir besser keine Gedanken.
Verzeihung, da sind mir wohl
Verzeihung, da sind mir wohl ein "ich" und ein "r" abhanden gekommen, gefolgt von einem
"beste Grüße"
Schöner Beitrag
Hey Christian... ich würd gerne wissen auch wenn der Artikel ja nicht auf den gesammten Rücken bezogen ist ,sondern dessen Breite, was du denn in ein Rücken-Programm mit einbeziehen würdest wenn man die mittlere Partie nicht außer acht gelassen werden soll? Mein Rücken ist meine größte Schwachstelle und ich steh oft vorm Rückentraining und überleg auf welche Partie ich mich jetzt fixiere. Ein kleiner Tip wäre cool :)
Sportliche Grüße Mario
Mittlerer Rücken
Da denke ich in letzter Zeit auch öfter drüber nach.
Im Moment rudere ich proniert, überlege aber auf Klimmzüge im Obergriff umzusteigen.
Was würdest du empfehlen? Gibt es vielleicht sogar eine Übung die noch besser ist als die beiden?
vale
Rückenmasse
Macht euch noch nicht so viele Gedanken um eine Differenzierung des Rückens.
Trainiert Kreuzheben, Klimmzüge und Rudern in wechselnden Variationen und versucht dort so stark wie möglich zu werden - bei hohen Wiederholungszahlen.
Danke mehr wollt ich auch
Danke mehr wollt ich auch garnicht wissen.... Stichwort ,,gedanken machen´´ nunja bei der Fülle an informationen ist das nun mal nicht mehr so leicht sich entscheiden zu können...ein richtig oder falsch kann einem keiner garantieren. :)
Dumm Schwer und Wasserdicht müsste man vlt einfach sein :P
Jedoch grübelt man ja nun doch ob vlt nicht doch ein bestimmes gerät oder eine Isolationsbung wie überzüge nicht von nöten wären... aber wie schon erwähnt der Informationfluss und der dazu gehörige Quellenmarkt ist rieisig.
Breiter Rücken
Hey schönen guten abend ,habe das mit den Klimmzügen auspropiert und es hat echt was gebracht. Also Danke für die info. MsG
Hiho, ich bin gestern im
Hiho,
ich bin gestern im Internet auf eine Übung gestoßen die mir ziemlich neu war, nämlich die Muscle-Ups. Für jene die diese Übung nicht kennen es ist eine Art Mischung aus Klimmzügen und Dips - http://www.youtube.com/watch?v=X2Sr6FFdcII .
Meine Frage ist ob diese Übung auch zum Muskelaufbau geeignet ist und ob sie irgendwelche Vorteile gegenüber Dips und Klimmzüge hat? Vielleicht hat ja auch schon einer von euch Erfahrung mit dieser Übung gemacht?
Wie dem auch sei, mich hat der Ehrgeiz gepackt und ich will mindestens ein paar saubere Wiederholungen hinbekommen - habs gestern versucht und nicht eine einzige geschafft :(
Muscle Ups
Eine sehr geile Übung!
Quasi Kraft-Reißen umgekehrt. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sie unbedingt ins Programm aufnehmen. Explosivität und Koordination werden sich bedanken und normale Klimmzüge werden dadurch zum Klacks.
Leider gibt es jedoch kaum noch Reckstangen in den Studios bzw. zu niedrige Decken - ein Spielplatz oder eine Turnhalle kann da Abhilfe schaffen, ist leider aber auch nicht immer zugegen. Generell sollte viel mehr geturnt werden ;)
Guten Abend, ich wollte
Guten Abend,
ich wollte Fragen ob man dann die Klimmzüge am besten als erste Übung des Rückentrainings machen sollte oder!?
Gruß
Tommy
Guten Morgen Tommy,
das kommt auf die Ziele an:
Es lohnt sich schon Schwachstellen oder Zielübungen/-muskeln als erstes zu trainieren - das wird auch als Prioritätsprinzip bezeichnet.
Generell ist es jedoch empfehlenswert, sich von den komplexeren Übungen zu den weniger komplexen Übungen herunterzuarbeiten. Also z.B. an einem Zug-Tag: 1. Kreuzheben 2. Klimmzüge 3. Curls o.ä.
Alles Gute!
z.
Hey hört sich gut an ,werde
Hey hört sich gut an ,werde ich mal testen. MsG
Hey Christian, ich trainiere
Hey Christian,
ich trainiere momentan zweimal pro Woche nach folgendem alternierenden Ganzkörperplan:
TE 1:
Kniebeugen
Bankdrücken
Rudern
TE 2:
Kreuzheben
Schulterdrücken
Klimmzüge
Der Plan wirkt, finde ich recht ausgewogen: Jeweils Kniebeugen oder Kreuzheben als Basisübung und zusätlich noch einmal vertikales Drücken und Ziehen und beim anderen Mal "horizontales" Drücken und Ziehen.
Mir ist aber in den letzten Monaten aufgefallen, dass das vielleicht doch nicht so ausgewogen ist. TE 1 ist, denke ich, okay so. Aber in TE 2 habe ich Probleme: Ich steigere mich nicht mehr in den Klimmzügen. Ich vermute, dass das am Kreuzheben liegt, da ich da den Rücken sehr spüre und danach für die Klimmzüge nicht allzu viel Kraft übrig ist. Ich arbeite mit 5er Sätzen und schaffe höchstens ca. 10 (Obergriff) bis 14 (Untergriff) Gesamtwiederholungen. Das geht nun schon seit Wochen so.
Was würdest du empfehlen? Ich weiß nicht, ob es schon sinnvoll wäre, mit Zusatzgewicht zu arbeiten. Und ich bin mir unsicher, ob es Sinn macht, den Trainingsplan so weiter durchzuführen.
Was meinst du?
Variation ist König
Ich würde mehr variieren und erstmal versuchen, möglichst viele Gesamtwiederholungen in möglichst kurzer Zeit zu schaffen - da ist es immer sinnvoller, weniger Wdh. am Stück zu machen und dafür öfter hintereinander.
Parallel würd ich auch schon mit Zusatzgewicht anfangen. Das sind erstmal die beiden wichtigsten Baustellen der Progressivität: Mehr Gewicht und mehr Gesamtwiederholungen - der Rest kommt dann mit der Zeit.
Muskelversagen
Hi,
Wenn Sie schreiben dass man nach den sauberen Klimmzugwiederholungen nicht aufhören, sondern noch halbe und dreiviertelte dranhängen soll, etc. führt das nicht schon zum Muskelversagen? Wieviele solcher Sätze empfehlen Sie?
Gruß, Phillip
MV bei Klimmzügen
Hallo Phillip,
da sollte man keine zu große Wissenschaft drausmachen.
Der Kampf um eine weitere Wdh. bei den Klimmzügen ist vor allem bei denjenigen ohne Zusatzgewicht - im Ausdauerbereich - von Bedeutung.
Ansonsten würde ich auf jeden Fall zweigleisig fahren. Näheres dazu in meinem Kommentar zu Vargson hier weiter unten...
schöne grüße!
ch.
Es liest sich in dem Artikel
Es liest sich in dem Artikel irgendwie, als würdest du Rudern vorgebeugt gar nicht empfehlen, da das wegen Kniebeugen und Kreuzheben die Regeneratiionszeit des unteren Rückens unnötig verlängert.
Wie soll man denn nun verfahren, wenn man an drei Tagen pro Woche trainiert und an allen Tagen Kniebeugen/Rudern bzw Kreuzheben ausführt?
Bankziehen
Hey Lars,
ja, in der Tat ist bei einer derartig hohen Trainingsfrequenz von mehrmals Beugen und Heben pro Woche der untere Rücken das schwächste Glied der Kette.
Dementsprechend sollte man am vorg. Rudern sparen. Ein sehr guter Ersatz ist jedoch das sog. Bankziehen, bei dem man sich eine einfache Bank erhöht aufstellt, sich dann mit der Bauchseite darauf legt und die Hantel, die sich unter der Bank befindet, hoch und runter zieht.
Eine andere Möglichkeit ist das Klimmziehen in verstärkter Rückenlage, bei dem man bestrebt ist, die Stange in Richtung Bauchnabel zu ziehen. Das bedarf jedoch einger Übung und wird mit Zusatzgewichten sehr schwer umsetzbar.
Hi In deinen Buch schreibst
Hi
In deinen Buch schreibst du das man für Kraft mit viel Gewicht und wenigen Wh trainieren soll und nicht bis zum Muskelversagen gehen soll.
Wenn ich jetzt 12 WH Klimmzüge schaffe und ich auf 20 kommen will, soll ich dann bis zum MV gehen wie hier im Artikel beschrieben oder MV vermeiden ?
Oder macht es Sinn jetzt mit Zusatzgewicht anzufangen weil man dann später ohnehin 20 WH schafft ohne diese direkt zu trainieren?
Klimmzüge
Hey Vargson,
ja, die verflixten 20 Klimmzüge. Die sind nicht einfach zu erreichen. Zuerst muss man die mentale Barriere/den Respekt abbauen, die man vor dieser Grenze hat. Man muss sich klar machen, dass das nichts besonderes ist und man selbst das auch schaffen wird. Es wird hart, aber wenn man sich ranhält, dann ist das auch drin.
Viele schaffen auch 30, 40 oder noch mehr...
Ich würde auf jeden Fall zweigleisig fahren. Einerseits ist das Steigern der Maximalkraft unabdingbar - sprich, das Arbeiten mit progressiv ansteigenden Zusatzgewichten -, andererseits solltest Du regelmäßig versuchen, möglichst viele Klimmis ohne Zusatzgewicht zu schaffen. Versuche dabei immer mind. einen oder zumindest einen halben mehr herauszuschinden.
Sprich - je nach Plan - ein, zwei Mal pro Woche schwer mit Zusatzgewicht und an anderen Trainingstagen immer einmal einen Satz auf Kraftausdauer nur mit dem Körpergewicht.
Kannst uns ja mal auf dem Laufenden halten, wie es so läuft... ;)