Dem fleißigen Blog-Leser und Athleten Toni Rahn ist eine Lücke im System aufgefallen. Das Training mit dem eigenen Körpergewicht birgt enormes Potenzial für jeden von uns und doch wurde es hier bisher eher stiefmütterlich behandelt. Toni hat mich darauf aufmerksam gemacht und gemeinsam haben wir uns das Buch Fit ohne Geräte: Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht zu Gemüte geführt. Tonis Eindruck:
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dass sich das Buch „Fit ohne Geräte“ auf diesem Blog ein wenig unwohl fühlt. Wird doch in den meisten Artikeln der Wert und die Wichtigkeit schwerer Gewichte (wahrscheinlich zurecht) betont. Man kann dieses Buch jedoch auch gut lesen und nutzen, ohne seine gesamte Sammlung an Eisenstangen und Scheiben aufzulösen oder seine Mitgliedschaft im Studio zu beenden. Einige der beschriebenen Körpergewichtsübungen können eine gute Ergänzung zum Training mit Gewichten sein.
Sehr nützlich ist es auch, wenn man sich einen Reisetrainingsplan erstellen will und keine Gewichte zur Verfügung hat, was mein Anlass war dieses Buch zu bestellen.
Marc Lauren ist Trainer amerikanischer Elitesoldaten und hat fast 1000 Rekruten physisch auf ihre Einsätze vorbereitet. Die im Buch vorgestellten Übungen sind laut Lauren die Basis des Krafttrainings der Elitetruppen des amerikanischen Militärs.
Das Buch lässt sich in zwei Bereiche unterteilen, wobei der erste Bereich allgemeine Informationen enthält und der zweite die Übungen sowie ein komplettes Trainingsprogramm beinhaltet.
Zum ersten Teil des Buches lässt sich sagen, dass es sehr grundlegende Informationen zu Fitness, Ernährung etc. beinhaltet, welche sehr kurz und zutreffend sind, aber den meisten Trainierenden schon bekannt sein dürften. Sehr interessant (und auch etwas ausführlicher) sind die Kapitel „Motivation“ („unser wahres Zuhause ist nicht unsere Wohnung, unser Haus, unsere Stadt oder unser Land, sondern unser Körper“) sowie das Kapitel mit dem netten Titel „Warum Krafttraining? (oder warum Cardiotraining Zeitverschwendung ist)“ ;).
Im zweiten Teil des Buches werden die Übungen erklärt. Sie sind aufgeteilt in Druck-/Zug-/Bein- und Rumpfübungen sowie Ganzkörperübungen. Eine Übungsbeschreibung wird immer mit mindestens zwei Bildern verdeutlicht (Start-/Endposition). Was sehr gut ist, ist der Abschnitt „Wollen sie einen Gang zulegen?“, welcher bei den meisten Übungen vorkommt, und im welchem eine Intensitätssteigerung der jeweiligen Übung beschrieben wird.
An die Übungen anschließend folgt ein sehr ausführliches Trainingsprogramm mit verschiedenen Leveln und Trainingsmethoden. Dieses kann man nutzen, man kann natürlich auch einen eigenen Plan mithilfe der Übungen erstellen.
Zum Schluss möchte ich noch zwei Übungen aus dem Buch vorstellen, die vielleicht noch nicht jeder kennt:
…ist keine Übung für die Brust, was man zunächst vermutet, sondern eine Übung für den Beinbizeps. Man befindet sich in kniender Position, klemmt die Füße unter ein Geländer o.Ä. und lässt sich kontrolliert und langsam nach vorne fallen. Die Bewegung wird mit den Händen abgebremst (Liegestützposition) und man bewegt sich zurück in die Ausgangsposition.


Steigerung: Einarmig oder ohne Arme.
Eine Rückenübung, die am ehesten vergleichbar ist mit Langhantelrudern. Ausgangsposition: Liegend unter einem stabilen Gegenstand, an dem man sich hochziehen kann (im Buch: Besenstiel über zwei Hocker o.Ä. gelegt oder stabile Tischkante). Man greift mit einem Ober- oder Untergriff etwa schulterbreit und zieht sich nach oben, sodass die Stange/Tischkante in Richtung oberer Bauch/untere Brust gezogen wird.

Steigerung: Füße erhöht ablegen und/oder ein Bein anheben.
empfehle ich allen, die länger als 2 Wochen vom Eisen getrennt sind, oder denen, die einige Körpergewichtsübungen in ihr reguläres Training integrieren wollen (sehr gut zB. einbeinige Kniebeuge oder einarmiger Liegestütz).
kann man das Training auf Reisen außerdem noch mit Bändern als Widerstand (Deuserband, Bodylastics), sowie Wasser (zB in Faltbaren 20l Kanistern) als Gewicht. Falls jemand mit zweiterem schon Erfahrungen gemacht hat oder Ideen dazu (andere Behältnisse mit mehr Volumen?) kann er gerne einen Kommentar hinterlassen. ;)
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Das Buch hat wirklich eine Chance verdient. Toni hat die grundlegenden Aspekte daraus vorgestellt. Die Vorteile von Körpergewichtsübungen sind nicht zu verachten. Man kann sie überall und jederzeit ausführen, da man mit dem eigenen Körper bereits über alle notwendigen Trainingsmittel verfügt.
Dips und Klimmzüge sind uns allen gut bekannt und nur die wenigsten beherrschen sie wirklich umfassend für viele Wiederholungen, aus verschiedenen Winkelstellungen oder gar einarmig. Hier kann man sich zudem gut Zusatzgewichte umhängen. Nichtsdestotrotz kann man auch ohne Zusatzgewichte wirklich hart mit dem eigenen Körper trainieren und ich bin mir sicher, die meisten von uns haben an der ein oder anderen Übung schwer zu knabbern.
Mein neuer Liebling ist der Fliegende Liegestütz, der nun fleißig geübt wird.

Die Königsklasse erreicht man wohl dann, wenn man sich aus dieser Position in den Handstand zu drücken vermag und das auf Wiederholungen. Die dafür notwendige Fähigkeit, die Gesamtspannung des Körpers zu schulen, birgt enormes Potenzial für Ganzkörperübungen aller Art.
Es gibt also viel zu tun und es ist alles andere als leicht. Aber es lohnt sich. Insbesondere für hochfrequente Trainingsansätze ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht eine Möglichkeit, auch außerhalb des normales Trainings und über den Tag verteilt intensiv an der eigenen körperlichen Entwicklung zu arbeiten.
Die Körperbeherrschung, die fast alle Studioathleten vermissen lassen und bei isoliertem Training sowieso vollkommen vernachlässigt wird, kann nirgendwo besser geübt werden als bei derartigen Übungen, wie sie hier vorgestellt werden:
Fit ohne Geräte: Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht
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Kommentare
Dass Training mit eigenem
Dass Training mit eigenem Körpergewicht effektiv ist, sieht man ja an Geräteturnern. Das Training an Barren und Ringen kann sehr anspruchsvoll sein.
Cover...
Ich hoffe der Autor ist nich fürs Cover Verantworlich.
"Der neue Trend"
Neu? BWT gab es schon zu Gladiatorenzeiten, bei den Asiaten vor min 3k Jahren etc...
Trend? Nein Danke!
MMn sollte ein guter Plan größenteils aus Freihantelübungen und BWT bestehen (Klimmzüge, Dips & Hängendes Beinheben reichen vollkommen aus)
Maschinentraining ist vereinzelt in Ordnung, dennoch kommt es immer darauf an wie natürlich die Bewegung ist und wie gut man damit fährt bzw ob man BB oder KDK ist etc pp
Habe mir das Buch aufgrund
Habe mir das Buch aufgrund der Rezension zugelegt und muss sagen, dass es definitiv sein Geld wert ist. Die einleitenden Kapitel sind präzise und knapp gehalten, genau richtig meiner Meinung nach. Auch die Übungen sind verständlich erklärt. Rundum komplett also.
Allerdings befinde ich mich nun im Dilemma - reicht das Training nur mit dem Körpergewicht aus? Im Internet gibt es zu "viele" Informationen; die einen schwören auf Hanteln und lehnen diese Form hier eher ab. Andere sehen es gerade gut genug als Ergänzung. Ich vertraue ja prinzipiell den Versprechen in solchen Büchern nicht, auch wenn der Autor wohl doch einiges an Reputation vorweisen kann.
Noch eine Frage an die Rezensenten: ist mit "Stufenintervallen" im Buch dasselbe gemeint wie das Leiter - bzw. Pyramidensystem? Kenne Krafttraining nur aus meinem Fitnessstudio, Wiederholungen/Sätze gibt es hier nicht.
Stufenintervalle
Die Trainingstechniken (so auch die Stifenintervalle) sind hinten im Buch erklärt, ich glaube zwischen den Übungen und den Plänen (habe das Buch gerade nicht zur Hand).
Die Technik ist eine Art Pyramidensystem:
1 Wdh -> Pause für die Dauer der Wdh
2 Wdh -> Pause für die Dauer der 2 Wdh
..usw.
Darauf folgt eine Abwertspyramide, sobald man mit den Mini-Sätzen 1 Wdh o.ä. vor dem Muskelversagen ist.
Maximalzeit ist glaube ich 7 min oder so, steht aber auch im Buch
mfg
P.S. Ob Körpergewichtstraining ausreicht weiß nicht, hängt aber auch von der Zielsetzung ab. (Für funktionelle Kraft sehr gut, z.B. Turner; für den Muskelaufbau mMn nicht so effektiv wie das Training mit Gewichten). Beintraining ohne Gewichte ist relativ schwierig, da man die Intensität irgendwann nicht mehr wirklich steigern kann, wenn man bei Pistols und Sissy Squats einbeinig, beides mit Zusatzgewicht, angekommen ist ;)
Behältnisse
Hallo,
ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem Heavybag, einem sehr strapazierfähigem Sack, der sich mit Sand, Steinen usw. füllen lässt gemacht. Eignet sich sehr gut auf Reisen, oder als ergänzendes Trainingstool, gerade für Allround- und Strongmentraining. Original Heavy bags gibts von Ironmind, aber mit einem gebrauchten Seesack aus dem Armyshop für 5-10,-€ gehts auch.
Fliegende Liegestütz
... auch unter "Planche" bekannt!? Auf Youtube gibt es einige Videos dazu.
Habe es selber auch mal 'probiert' zu trainieren, allerdings traten schon nach kurzer Zeit Schmerzen im Handgelenk auf. Gibt es Vorschläge, wie man es am effektivsten trainiert und für die 'besten' (gesündesten) Handstellungen?
Handstellung geht eigentlich
Handstellung geht eigentlich nur mit den Fingern nach hinten zeigend (beide hände nach außen / hinten "verdreht"), wegen der Balance. Im Buch ist davor der halbe fliegende Liegestütz beschrieben, gleich, bis auf das, dass die füße den Boden berühren (gestreckte füße) Steigerung: Füße erhöht ablegen..Damit kann man sich dann zum richtigen fliegenen Liegestütz hocharbeiten.
"Falls jemand mit zweiterem
"Falls jemand mit zweiterem schon Erfahrungen gemacht hat oder Ideen dazu (andere Behältnisse mit mehr Volumen?) kann er gerne einen Kommentar hinterlassen. ;)"
Ein Gymnastikball gefüllt mit Wasser eignet sich dazu recht gut.
Die umgekehrten Liegestütze sind auch als Bodyrows bekannt. In den USA sollen sie anscheinend recht gerne genutzt werden, ich selbst habe sie auch einige Zeit lang durchgeführt. Wirklich eine gute Übung.
Gymnastikball
Die Idee mit dem Gymnastikball klingt sehr gut! Das wird ausprobiert ;)
danke für den Tipp :)
Kann man auch an einem Power
Kann man auch an einem Power Rack ausführen die bodyrows, einfach eine stange auf mittlerer Höhe in die Ablage und dann daran hochziehen.
Eine gute Ergänzung zu Klimmzügen, hier kann man wesentlich höhere Wdh Zahlen ausführen, besonders wenn man mit Klimmzügen noch nicht so gut ist.
danke!
Danke für diese Rezension bzw. dafür, dass mal wieder an die Bedeutung von Übungen mit dem eigenen Körpergewicht erinnert wurde. Die Bilder dieses Herrn (ich schätze, es ist Mark Lauren persönlich?) unterstreichen die Effizienz des Trainings in erheblichem Maße ;) Als ein sehr gutes Beispiel für die harmonische Entwicklung eines weiblichen Körpers unter dem Einfluss von Übungen mit dem eigenen Körpergewicht kann v.a. ich den weiblichen Blog-Lesern die Seite bodyrock.tv ans Herz legen. Dort wird zwar zuweilen unter Zuhilfenahme von Geräten wie Klimmzugstange, Dipstation, Sandsack etc. trainiert, jedoch basieren die meisten Übungen auf dem "weltbesten Trainingsgerät - dem eigenen Körper" ;)
Hier ein atkuelles Bild des der Seiteninhaberhin von Bodyrock.tv:
http://www.bodyrock.tv/wp-content/themes/nerdery-skeleton-theme-v1/timth...
Original
Ich hab mir das Buch nach der Besprechung hier im Web Log auf englisch geholt "You Are Your Own Gym", kostet weniger und enthält sogar einen Index aller Übungen. ;)