Seit der Blog besteht, wurden von ihm bereits über 40 Artikel in die Welt gesät. Doch kein einziger davon beschäftigte sich mit dem Heben des eigenen Kreuzes. Das lag nicht darin begründet, dass ich es nicht wertschätzen würde. Die Wahrheit ist vielmehr, dass ich es so sehr wertschätze, dass ich es nicht durch irgendwelche wahllosen Floskeln beflecken wollte.
Sie ist der heilige Gral des Krafttrainings. Das Fundament aller Entwicklung und zugleich der Gipfel aller Wachstumslust und da ich es seit geraumer Zeit zum Schwerpunkt und Maßstab meiner Kraftentwicklung auserkoren habe und meine literarische Reife im Laufe der Monate ein wenig gereift ist, möchte ich es nun wagen, euch meine Meinung darüber zu sagen.
Wir wissen erst, wer wir sind, wenn wir wissen, was wir können! Soll heißen: Als Athlet können wir uns nur dadurch definieren, indem wir unsere Grenzen austesten und hier geht es auch erst wirklich los.
Indem wir gegen unsere eigenen Grenzen anrennen, können wir sie sukzessive immer weiter nach hinten verschieben und dadurch den Spielraum unseres schmächtigen Daseins erweitern. Ein Mensch, der dies nie macht, ist nichts weiter als ein zurückgebliebener Jammerlappen. Ein Subjekt, das nur im Rahmen seiner engsten Grenzen vor sich hinvegetiert... eingekerkert und zu Schwäche und Nichtstun verdammt... zu nichts fähig, zu nichts motiviert. Einer unter vielen – gefesselt von der eigenen Schwäche, Trägheit und Unfähigkeit. Aber nein... so feiert man das eigene Leben nicht.
Wenn der eigene Körper wächst, sich verändert und immer stärker, robuster und widerstandsfähiger wird, wenn sich die Dualität von Ästhetik und Leistung in-dividualisiert und seinem Potenzial gerecht wird, ja dann... dann feiert man das eigene Leben.
Das gilt von der Bakterienkolonie bis hin zu unserem eigenen Körper als Muskelkolonie. Das ist die Lust des Lebens, die in jedem seiner Wesen darauf wartet, entfesselt zu werden. Sobald hier Leistungswille und Kompromisslosigkeit in Form zweier Hände bereit sind, die schwer geadelte Olympiahantel zu packen, um gemeinsam mit ihr der Schwerkraft zu trotzen und der Schwäche ins Antlitz zu rotzen, ist man auf dem Weg aller Wege. Denn eines ist klar:
Wer nicht hebt, ist kein Athlet. Wer nicht hebt, ist kein Bodybuilder. Wer nicht hebt, verschwendet sein Potenzial. Wer nicht hebt, der nicht lebt. Aber lassen wir das Geschwafel mal kurz beiseite und wenden uns den Fakten zu:
Etwas Schweres mit den eigenen Händen vom Boden aufzuheben ist die Urform aller Übungen. Hantel sind nun einmal Götzen der Schwerkraft und ihr natürliches Habitat ist der Boden. Will man mit ihnen trainieren, muss man ihrer erstmal habhaft werden. Ohne Heben geht da nichts und doch beherrschen es nur die wenigsten. Viele wollen laufen, aber sie können nicht mal gehen.
Es gibt Athleten, die beugen mehr, als sie heben, aber um dies bewerkstelligen zu können, ruht die Last auf ihren Schultern. Hier muss man nicht gerade Captain Crush sein, um glänzen zu können, aber wer sein drei- oder gar vierfaches Körpergewicht heben möchte und auf den Kindergarten mit den Zughilfen zu verzichten weiß, der benötigt auch den entsprechenden Grip dafür.
Hinzu kommt die gesamt Arbeit des Oberkörpers – vor allem der Zug-Muskulatur – die hier bedeutend stärker gefordert ist als beim Beugen. Gibt es etwas besseres für den Verbund von Lat, Trapezius sowie all den tiefer liegenden Muskelnim Kosmos des funktionalen Rückenfleisches – wie z.B. den Rautenmuskel oder den Schulterblattheber – als schweres Heben?
Viele wollen nicht verstehen, dass Kreuzheben eine einmalige Lat-Übung ist. Das liegt aber nicht am Heben, sondern an ihrem Unverständnis von korrektem Heben. Was macht denn bitteschön der Lat? Genau, er zieht den Arm an den Körper heran. Er ist der Adduktor des Oberkörpers. Und was geschieht beim schweren Heben, wenn man weiß, seine Muskulatur richtig einzusetzen? Richtig: Man zieht seinen Oberarm an den Körper heran. Bam! Viele denken, dass der Lat beim Kreuzheben keine ziehende Bedeutung hat. In Wirklichkeit jedoch ist Kreuzheben nicht nur eine reine Hebe- sondern auch eine umfassende Zugübung. Wer hier tatsächlich nur hebt ohne zu ziehen, der arbeitet weit unterhalb seines wirklichen Hebepotenzials.
Wer die Kunst des Hebens jedoch beherrscht, weiß, dass der Lat bereits vor dem eigentlichen Heben schon unter vollster Spannung stehen muss, um die Arme stabilisieren und die Schulterblätter über der Stange fixieren zu können. Und sobald man die Kraft entfesselt und die Hantel der Trägheit ihrer Masse entreißt, muss der Lat absolute Schwerstarbeit leisten, um die Hantel kontrolliert körpernah entlang des eigenen Körperschwerpunktes führen zu können, um schlussendlich im Lockout voll zu kontrahieren – ebenso wie natürlich auch alle anderen Rückenmuskeln.
Wer diese offenkundige Tatsache nicht erkennt, der hebt allenfalls Rasseln im Kindergarten aber keine schweren Gewichte – denn diese werden erst beherrschbar durch die Aktivierung des Muskels der bei Franco Columbu die Form eines Kobrakopfes hatte. Dreimal dürft Ihr raten wie er es zu derart gewaltigen Ausmaßen geschafft hat und wo Franco ursprünglich herkommt (und ich meine nicht seine Boxkarriere).
Die Aktivierung der weiteren Rückenmuskeln dürfte ja einleuchtender sein. Für sie gibt es ebenfalls nichts besseres als schweres Heben. Aber neben dieser allochthonen Muskulatur des Rumpfes und Schultergürtels wird auch insbesondere die autochthone Rückenmuskulatur entlang der Wirbelsäule, die gemeinhin als banaler Rückenstrecker oder M. erector spinae verkannt wird, überaus drastisch gefordert und gefördert. In Wirklichkeit handelt es sich dabei nicht wirklich nur um die zwei sichtbaren Muskelbündel über dem Gluteus, sondern um noch einige weitere und sehr bedeutende vertikal verlaufende Muskelstränge auf der Rückseite unseres Oberkörpers, die ihr Werk verborgen unter der allochthonen Muskulatur vollbringen. Naja, aus den Augen aus dem Sinn. Aber nicht beim Heben.
Diese Übung erwischt sie alle – von Kopf bis Fuß; von Wade bis Nacken; Arme und Beine sind ebenfalls mit von der Partie. Der gesamt Rumpf muss arbeiten, stabilisieren und gerade bleiben. Das Kreuz will nicht brechen. Es will stärker sein als die Last und je schwerer die Last wird umso stärker und breiter wird auch das Kreuz.
Keine andere Übung kann so viel leisten wie das Kreuzheben, wenn es um wahren Muskel- und Kraftaufbau bis hinab ins tiefste Fundament der Rumpfmuskulatur geht – schwerer und zugleich produktiver geht nicht. Hier toppt keine andere Übung den Deadlift.
Mit ein paar Zentnern im Nacken kann einiges schief gehen. Auch die besten verletzen sich hier mal. Ein kleines Wanken im Knie, ein schwacher Moment und man wird zusammengefaltet – Spotter hin oder her. Ein Power Rack ist was Feines. Aber wer hat das schon?
Fürs Drücken wär das auch nicht schlecht. Wenn sich hier die Max-Last nicht mehr bewegt, aber leider nicht in der Ablage, sondern auf der Brust oder gar dem Hals zum Ruhen kommt, hat man nicht mehr viel zu lachen. Drücken und Beugen können beide ein verhängnisvolles Ende nehmen.
Aber beim Heben sieht die Sache schon ganz anders aus: Ich schaff es nicht? Na und, dann lass ich das Gewicht einfach fallen. Ich komme ins Wanken? Na und, dann lass ich halt auch hier das Gewicht einfach fallen? Was soll passieren? Nirgends kann man mehr aufs Ganze gehen als beim Heben.
Man sollte jedoch wissen, wann Schluss ist. Wer hebt, was er noch nicht verträgt, kann sich hier durchaus selbst schädigen. Wenn einem gewahr wird, dass der Griff der Schwerkraft im Moment stärker ist als der eigene, dann sollte man nicht so lange weiterkämpfen, bis sie einem die Hantel mitsamt Haut aus den Händen reißt.
Und wenn der Rücken nicht mehr an einen unbiegsamen Baumstamm erinnert, sondern sich vielmehr einer Brücke angleicht, sollte man auch die entsprechende Konsequenz ziehen und erst einmal lernen, die Prioritäten richtig zu setzen. Wer kein Rückgrat hat, wird beim Heben nicht weit kommen, aber zum Glück ist das Heben auch die beste Möglichkeit um hier Abhilfe zu schaffen. Keine andere Übung zeigt uns so optimal unsere Haltungsschwächen auf, denn nirgendwo lernt man besser, einen geraden Rücken zu behalten und sauber mit der Hüfte zu arbeiten.
Eine schwer beladene Hantel – mehr benötigt man nicht und in die Knechtschaft von Zughilfen und Gürtel sollte man sich nicht begeben. Wer sauber und kontrolliert steigert, wird hier absolut keine Probleme haben. Wer jedoch mit Gürtel hebt, der verändert das Kontraktions- und Koordinationsmuster seiner Rumpfmuskulatur. Das ist unnatürlich.
Alle Stabilisierung von außen nimmt dem Rumpf die Notwendigkeit, sich selbst von innen heraus zu stabilisieren. Das Ergebnis? Man lernt Gewichte zu heben, die man unter natürlichen Umständen so nicht heben würde. Man wird abhängig vom Gürtel und kann die antrainierte Kraft im Alltag nicht mehr voll zum Einsatz bringen, da hier plötzlich die Stabilisierung von außen fehlt – wer sich hier überschätzt, bei dem ist die Verletzung im LWS-Bereich vorprogrammiert. Schwere Hanteln werden schon ewig erfolgreich gehoben – auch und gerade ohne Gürtel.
Außerdem kann man auch nur auf die Leistungen wirklich stolz sein, die man allein durch seine eigene Muskelkraft erkämpft hat. Je mehr Hilfe man dabei von außen bekommt, desto geringer wird der eigene Anteil am Sieg über die Schwerkraft. Warum lässt man sich nicht direkt von ein, zwei Kumpels helfen, die den ganzen Akt ein wenig „stabilisieren“? Im Prinzip wär das kein großer Unterschied. Man fühlt sich etwas sicherer und stabiler, wird übermütig und legt ein paar Kilogramm mehr auf, die man alleine und bei sauberer Technik nicht bewegen könnte und ist dann auch nicht viel weiter, sondern sogar noch gefährdeter.
Intelligentes Heben – und das ist das einzige, dass sich langfristig auszahlen wird – hört da auf, wo die momentane Leistungsfähigkeit aufhört, wo die Stabilität und Qualität der Ausführung zusammenbricht.
Kraft und Masse kann man auch aufbauen, ohne dabei die eigene Gesundheit zu vergewaltigen – just RAW und mit sauberer Technik. Wer hier verstanden hat, dass er heben kann, so schwer und so viel er will, solange der Rücken gerade bleibt, dem steht die gesamte Welt des Hebens ein Leben lang offen.
Das Limit beim Heben sollte nie die Kraft, sondern immer die Technik sein!
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Im Großen und Ganzen toppt nichts das Kreuzheben. Mit keiner anderen Übung kann man zugleich schwerer, sicherer, natürlicher, vielseitiger, produktiver, ganzheitlicher, simpler und funktionaler trainieren als mit dieser!
Wahres Krafttraining steigt und fällt mit dieser Übung. Sie ist der wahre Maßstab körperlicher Kraftentwicklung und Gesundheit.
Ja, auch der Gesundheit – denn wer seinen Rücken nicht im Griff hat, kann das in seinem Leben oftmals gut kaschieren, aber spätestens beim Heben wird jegliches Problem und Defizit offenkundig.
Kontingent ist das, was möglich, aber nicht notwendig ist. Alles kann, nichts muss. Aber wer immer mehr kann, der muss sich auch immer weniger vorwerfen (lassen), dass er sein Potenzial nicht nutzen würde. Kreuzheben ist das Mittel der Wahl, wenn es um den Sieg über diese Kontingenz des eigenen individuellen Daseins geht... wenn es darum geht, die eigenen Möglichkeiten auch wirklich auszunutzen und auszukosten.
Kreuzheben ist Explosion und Testosteron, Kraft und Leidenschaft, Passion und Rebellion. Von außen sieht es aus, als würde man in Zeitlupe heben, aber in einem drinnen brodelt der Saft des Lebens.
Kämpft hier die Stärke, dann ziehen alle Muskelfasern gemeinsam vom Nacken bis in die Fingerspitzen und Zehen hinab in einer einzigen Maximal-Tat an der Hantel. Nirgendwo kann man den Körper und sein Nervensystem eingehender darauf konditionieren, all seine Kraft in so kurzer Zeit zu entfesseln wie beim Kreuzheben. Das ist das Wunder der neuromuskulären Koordination.
Hier haben wir enormes Potenzial. Die in unserem Körper befindlichen Fasern sind bereits jetzt dazu fähig unser drei- oder gar vierfaches Körpergewicht zu heben. Sie wissen es nur noch nicht, weil sie nicht darauf konditioniert sind. Herrenlos kontrahieren mal hier welche und mal dort welche. Oh, ein Bizeps-Curl, na dann mal los. Oh, Butterfly. Die Brust ist dran. Aber unser Herrchen strengt sich kaum an und macht nur kleine Isolationsbewegungen. Keinen Grund zur Hektik.
Hier läuft alles schief. Wenn all seine Muskeln mit anpacken, kann ein Mensch Gewaltiges leisten. Aber was machen viele immer noch? Sie trainieren ihre Muskeln vorwiegend darauf, isoliert und von außen stabilisiert zu kontrahieren. Sie isolieren sie im Irrglauben, dies wäre sinnvoll. Doch welches Team hat denn wirklich eine Chance, etwas zu Großes zu leisten, wenn all seine Spieler nur isoliert trainiert werden? Welcher Betrieb hat die Chance nennenswerten Profit zu erarbeiten, wenn alle Angestellten nur alleine für sich arbeiten?
Und was kann ein Team hingegen leisten, wenn es perfekt aufeinander abgestimmt ist, in Gemeinschaft trainiert wird und sich sogar gegenseitig noch bestärkt und motiviert? Was wäre da nur alles möglich? Kreuzheben ist die Möglichkeit, aus all den Teilen unseres Körpers ein solches Erfolgs-Team zu machen. Denn nur gemeinsam ist unser Körper stark.
Über die Technik wurde andernorts schon ausreichend viel geschrieben. Wer sie dennoch nicht ausreichend beherrscht, sollte sich um einen guten Trainer bemühen, der seine Buchstaben-Lizenz nicht auf dem Boden einer Supplement-Dose gefunden hat – einen, der es auch drauf hat und selber schwer hebt oder in einem KDK- oder Gewichtheberverein tätig ist. Ein paar geschriebene Worte können nicht ersetzen, was ein guter Trainer an Körpergefühl, Feedback und einem direkten Ist-Sollwert-Vergleich zu bieten hat. Auf dem Friseurschule lernt man so was halt nicht.
So wirklich ausgelernt hat man beim Heben aber eh nie. Erst wenn man knapp 10.000 saubere und schwere Hebeversuche hinter sich hat, kommt man in einen Leistungsbereich, indem von routinierter Technik gesprochen werden kann. Also üben, üben, üben. Die Perfektionierung des Nervensystems stellt sich nicht von heute auf morgen ein!
Es ist absolut nervtötend, wenn gewisse Ponyhofathleten sich nach zwei Tagen Hebetraining darüber aufregen, dass sie die Technik immer noch nicht sauber beherrschen. Aber wer hier die Geduld einer Feuerwerksrakete an Sylvester hat, der kann sich auch gleich ein großes L auf die Stirn tätowieren lassen, denn so geht es nun einmal nicht. Übung macht den Meister – Ungeduld hingegen führt direkt ins Versagerland!
Einfach nur ein paar schlampige Hebewiederholungen am Rücken- oder Beintag evtl. sogar noch mit einem bereits geschlauchten Nervensystem zu machen, bringt hier ebenfalls nicht viel und ist oftmals sogar kontraproduktiv. Nur wenn das Nervensystem fit ist, kann es auch koordiniert arbeiten und ebenso lernen. Ermüdung ist somit der Feind schweren und sauberen Hebens – vor allem während der Lernphase.
Professionelles Heben lernt man dann am besten, wenn man es möglichst oft möglichst schwer übt und dabei möglichst frisch bleibt. Das Nervensystem ist hier sehr spezifisch und wenn das Ziel eine höhere Maximal-Kraft ist, dann muss man das auch genauso spezifisch trainieren und das ist nur durch schwere Einzelwiederholungen möglich, die man zugleich in einem möglichst erholten Zustand macht und zwar möglichst oft.
Wer darüber hinaus auch auf Muskelmasse aus ist, sollte natürlich auch öfter hintereinander heben, um einen ausreichend großen Wachstumsreiz setzen zu können, dabei aber nie die saubere Technik vergessen und auch den Schwung sowie das Abprallen der Hantel vom Boden außen vor lassen.
Dass hier natürlich weniger Gewicht im Spiel ist, versteht sich wohl von selbst. Zu hohe Gewichte erlauben nun einmal nicht genug saubere Arbeit in absehbar kurzer Zeit, die jedoch wiederum absolut notwendig ist, will man mehr Muskelmasse aufbauen. Ein intelligentes Erschöpfungs-Management ist hier die sinnvollste Art der Reizsetzung, ohne dabei direkt im Muskelersticken zu versagen.
Selbst zur Stoffwechselbeschleunigung und somit auch zur Fettverbrennung ist Kreuzheben ein Mittel erster Wahl. Wer sich hier mit moderatem Gewicht und flüssigen (aber nicht hektischen) Bewegungen (ohne Lockout) in hohe Wiederholungsbereiche vorkämpft, für den werden Tabatas den Anschein eines lauen Sommerspaziergangs bekommen.
Hier gibt es viele Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Offenkundig sind z.B. Wiederholungsbereiche von 50-100 mit einem moderaten Gewicht. Aber auch hier ist ein gewisses Erschöpfungs-Management nicht verkehrt. Mit kurzen Pausen in denen die Muskeln auch mal kurz durchatmen und Abfallstoffe abtransportieren können.
Im Endeffekt kann man so nämlich deutlich mehr Arbeit in deutlich kürzerer Zeit vollbringen und genau das heizt unserem Stoffwechsel enorm ein und führt zu einem gewaltigen Nachbrenneffekt – HIIT lässt grüßen. Z.B 10 Wdh. für 5-10 Sätze mit kurzen auto-regulierten Pausen von 20 bis allenfalls 60 Sekunden bringen hier mit den entsprechenden Gewichten wirklich jeden zum Rotieren.
Es gibt somit keines unserer Ziele, was man mit Kreuzheben nicht erreichen könnte!
...beim Heben, die jedoch von Anfang an zu vermeiden sind:
Die Füße sollten symmetrisch ausgerichtet sein, damit der Körper auch symmetrisch arbeiten kann. Wie breit man steht und wie sehr dabei die Fußspitzen nach außen zeigen, bleibt jedem selbst überlassen, aber beim normalen Heben hat sich ein natürlicher, schulterweiter Stand bewährt. Beim Sumo-Heben sieht das natürlich ein wenig anders aus.
Viel wichtiger ist jedoch das Schuhwerk. Normale Sportschuhe mit viel Dämpfung und abgerundeten Sohlen sind hier fehl am Platz. Eine flache, harte Sohle oder gar keine, sind hier die erste Wahl. Das heißt: Gewichtheberschuhe (obwohl man hier wg. der höheren Sohle ein paar cm mehr heben muss – aber das ist nur für Wettkämpfe interessant, ansonsten ist es sogar wachstumsfördernd, einen möglichst großen Bewegungsumfang zu trainieren), andere Schuhe mit flacher Sohle, wie z.B. viele Ringer-, Handballerschuhe sowie Chucks oder auch mit Ballerinas/Gymnastikschühchen und wer bei sich zu Hause trainiert, kann es direkt barfuß machen. Natürlich sollte er dabei dann darauf Wert legen, gegen möglichst viele Hanteln zu laufen und auch regelmäßige die Reflexe durch herabfallenden Scheiben zu trainieren.
Wer bereits beim Stand nachlässig ist, wird nie ein guter Heber!
Bei höheren Gewichten ist auf gute Stangen und einen trockenen sicheren und starken Handgriff zu achten. Nicht ist nerviger, als ein Gewicht nicht aufgrund mangelnder Kraft sondern wegen schwitziger Hände und glippschiger Stangen ohne Profil nicht beherrschen zu können. Magnesia gibt es ja bekanntlich auch schon zum Sprühen und sollte – falls notwendig – immer dabei sein.
Zughilfen sind inadäquat, denn sie schwächen die Griffmuskulatur, indem sie ihr die Belastung wegnehmen, an der sie eigentlich wachsen soll.
Griffmäßig lohnt sich hier nur der Kreuzgriff. Bei schweren Versuchen sollte man ihn immer so verwenden, wie man am stärksten ist und bei leichteren Wiederholungen sowie auch ruhig ab und an beim Rudern und Klimmziehen sollte man regelmäßig auch mit der schwächeren Variante trainieren, um hier eventuellen Dysbalancen Gegenwind zu bereiten.
Wer nicht lernt, einen korrekten und trockenen Griff zu setzen, wird scheitern, denn von ihm hängt wortwörtlich alles ab!

Das ist ganz simple Physik: Je weiter der Schwerpunkt der Hantel vom Schwerpunkt unseres Körpers entfernt verläuft, desto schwerer wird es für uns, das Gesamtsystem zu beherrschen.
Das kann beim reinen Hypertrophietraining mit Schwerpunkt auf die hüftstreckende sowie die Rückenmuskulatur durchaus zum Vorteil genutzt werden, aber wenn es darum geht, möglichst viel und möglichst sauber zu heben, dann sollten beide Schwerpunkte weitestgehend miteinander übereinstimmen – sprich, die Hantel sollte dauerhaft am Körper entlang gleiten und so geführt werden, dass sie auch durchgehend auf einer vertikalen Linie möglichst nah an der Ferse entlang geführt wird. Dies kann man gut filmen (lassen) und dann selbst überprüfen.
Am besten lernt man dies in einem Gewichtheberverein, denn die machen aus diesem Thema eine Wissenschaft und daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen!
Viele starten mit der Hüfte zu weit oben und müssen die Kraft fast vollständig aus der hüftstreckenden Muskulatur schöpfen und die stabilisierende Rückenmuskulatur geht hier oftmals frühzeitig in die Knie.
Dem kann man nur entgegenwirken, wenn man tiefer in die Knie geht, mit einer tieferen Hüfte startet und den Oberkörper von Anfang an ausreichend aufrecht hält.
Also Becken runter sowie Kopf hoch und in den Nacken damit!
Natürlich startet man die Bewegung mit der Beinmuskulatur – bis man die Kniegelenke passiert hat – und dann kommt der Einsatz der Hüftstrecker hinzu. Viele verpassen jedoch diesen Einsatz und als Folge sind die Beine schon fast gestreckt und die Hüfte wird viel zu spät aufgerichtet.
Ergo: Auch hier wird die Belastung nicht harmonisch aufgeteilt und im Endeffekt kann man so nicht seine maximal mögliche Leistung abrufen.
Also zurück an die Hantel und das richtige Timing lernen.
Oftmals sieht man, wie manche Athleten bereits mit einem kleinen Rundrücken starten oder das sie einen instabilen Rumpf haben. Dem kann man nur entgegen wirken, wenn man bewusst und von Anfang an ausreichend Luft und Spannung im Rumpf ansammelt und aufbaut – denn hier kommt die Power her.
Sowohl die gesamte Bauch- als auch Rückenmuskulatur muss bereits vor dem Anheben der Hantel voll angespannt sein! Ansonsten ist eine maximale Stabilisierung nicht möglich und somit auch kein maximaler Einsatz.
Eine solche Stabilisierung ist ohne die korrekte Atmung nicht möglich. Eine tiefe und kraftvolle Bauchatmung mit Blockierung um die Wirbelsäule zu stabilisieren ist hier absolute Pflicht und für gesunde Athleten (Stichwort Blutdruck) mit keinerlei Risiko verbunden.
Das sog. Vasalva-Manöver ist hier durchaus sinnvoll: Dabei atmet man tief ein, senkt das Zwerchfell maximal ab, erhöht dadurch den Druck des Bauchinnenraums und unterstützt auf diese Weise die Bauchmuskulatur bei der Stabilisierung der Wirbelsäule enorm und kann sich so auch einen Gürtel sparen.
Während der positiven Phase atmet man dann gegen die geschlossene Stimmritze, die sich gegen Ende der Bewegung immer mehr öffnet, um in Richtung Lockout in einem immer kraftvoller werdenden Strom auszuatmen.
Die richtige Atmung ist das A&O für Rumpfstabilität, LWS-Gesundheit und Power in der Bewegung! Oftmals finden Kraft- oder Rückenprobleme bereits hier ihren Ursprung.
Unerfahrene Heber starten oftmals mit der Schulter über der Hantel. Dies ist jedoch hebeltechnisch suboptimal, da der Schwerpunkt der Arme und des Schultergürtels nicht im Schultergelenk, sondern im Schulterblatt liegt. Dieses befindet sich jedoch etwas hinter dem Gelenk.
Ergo: Die Schulter in der Ausgangsposition vor die Hantel bringen und den Lat aktivieren!
Reißen hat hier nichts verloren. Selbst das Reißen im Gewichtheben beginnt mit einem sauberen schwunglosen Anheben des Gewichtes. Wirklich Schwung kommt hier erst beim zweiten Zug auf – wenn das Gewicht bereits das Kniegelenk passiert hat. Aber das können wir uns beim Heben ja ersparen. Ein wenig aktive Vordehnung, indem man einen Bruchteil vor dem Anheben das Becken noch etwas weiter nach unten schiebt, geht klar, aber man sollte dennoch kontrolliert anheben und nicht reißen oder zerren – ansonsten wird irgendwann mal was anderes (an)reißen.
Sauberes Heben geschieht kraftvoll, aber schwunglos!
Wer sich einen Bizepsriss ersparen möchte, sollte die Arme beim Heben tunlichst niemals anwinkeln. Auch und gerade beim Anheben ist dies von enormer Bedeutung.
Kreuzheben und Bizepscurls sind zwei verschiedene Übungen!
Das Brustbein gehört raus und der gesamte Schultergürtel sollte bereits so stark wie möglich angespannt und fixiert sein. Die Schultern gehören nach hinten und da bleiben sie auch und zwar während der gesamten Bewegung. Ansonsten tendiert die Brustwirbelsäule dazu einzuknicken, da der Oberkörper nicht genug Stabilität aufweist.
Die Traps arbeiten beim Heben unter vollster Anspannung!
Die gesamte Wirbelsäule sollte aufrecht sein und auch so stabilisiert werden. Die richtige Blickhöhe ergibt sich dann von selbst. Einen festen Punkt zu fokussieren verstärkt hierbei die Konzentration und Konzentration ist die Voraussetzung hoher Leistungsfähigkeit.
Also Kopf hoch und festen sowie aufrechten Blick installieren!
Dazu wurde schon ausreichend viel geschrieben. Es verändert die Kontraktionsmuster und nimmt Belastung von unseren Schwachstellen. Das mag gut klingen, ist es aber nicht, denn am Widerstand wächst man und nicht an der Entlastung. Durch Entlastung schrumpft man.
Also weg mit dem Zeug und vollkommen sauber trainieren!
Auf Wettkämpfen sieht man manchmal Athleten, die im Lockout in ein extremes Hohlkreuz verfallen. Dies sollte man nicht ausreizen, da sich hier der Belastungswechsel langfristig ungünstig auf die Gesundheit der Lendenwirbelsäule auswirken wird.
Am Ende der Bewegung ist es sinnvoll und gut, alle Gelenke durchzudrücken, aber man sollte sie nicht überstrecken!
Die Wiederholung ist erst beendet, wenn die Hantel wieder auf dem Boden ist. Wer weiß was er macht und für den es einen Vorteil bedeutet, der kann die Hantel ruhig abwerfen oder kontrolliert fallen lassen – so wie es auch Gewichtheber machen. Aber niemals darf er die Hantel mit krummem Rücken oder schlaffem Rumpf wieder ablegen. Genau hier holen sich viele dann die Verletzung, die sie sich vorher mühsam erspart haben.
Die Bewegung muss immer kontrolliert beendet werden – denn solange die Hantel noch nicht auf dem Boden ist, solange kann sie auch noch Schaden verursachen!
Sauberes und korrektes Heben sollte immer kontrolliert und konzentriert ausgeführt werden. Wer hier stört, hat hier auch nichts zu suchen – ganz einfach.
Wer keinen Respekt vor hohen Gewichten hat, wird es irgendwann bereuen!
Viele Athleten haben jedoch andererseits auch zu viel Respekt vor dem Heben ihres mehrfachen Körpergewichtes. So etwas kann enorm bremsen. Man muss sich im Klaren sein, dass das Gewicht auch keinen Respekt vor einem selbst hat und dass es einen auslacht, solange man es nicht bezwungen hat.
Mal ganz realistisch betrachtet, sollte jeder ernsthafte Athlet mit sauberer Technik und gewisser Erfahrung das zweifache seines Körpergewichtes beherrschen. Um ganz ehrlich zu sein, ist das keine große Sache. Der Weg zum dreifachen Körpergewicht wird dann schon sehr beschwerlich, ist für viele aber machbar und alles darüber hinaus ist dann wirklich absolute Spitzenklasse, aber sicherlich ein Gefühl, das einem ein wunderbar breites Grinsen aufs Gesicht zaubern wird.
Das Heben des dreifachen Körpergewichtes für eine kontrollierte Max-Wiederholung ist für jeden sauberen Schwerathleten ein durchaus honoriges Ziel, das erstmal erreicht sein will, aber auch nicht unerreichbar ist!
Durch das viele Heben wird die Wirbelsäule nach vorne gestaucht. Damit langfristig einhergehende Probleme und Schmerzen kann man nur wieder beheben, indem man diese Bewegungsasymmetrie regelmäßig durch eine Stauchung in die andere Richtung – ins Hohlkreuz – kompensiert.
Ruhigstellung alleine führt hier zu keinerlei Heilung. Das Nervensystem gewöhnt sich nämlich an diese einseitige Stauchung und folgt dieser Programmierung irgendwann dauerhaft, was dazu führt, dass sich im Lendenwirbelbereich starke Schmerzen und Verkrampfungen ansammeln (werden).
Das Nervensystem muss hier wieder umprogrammiert werden und zwar durch eine gegenteilige Bewegung ins andere Extrem. Das funktioniert sehr sehr gut und oftmals auch überraschend schnell – selbst bei Fällen jahrelanger Schmerzen und Probleme.
Natürlich ist das nicht die Lösung auf alle Rückenprobleme und wird von jedem auch nur auf eigene Gefahr angewendet, aber bisher hat mich diese Methode noch nie im Stich gelassen, schon vielen anderen weiter geholfen und auch mich dort von jahrelangen Rückenproblemen befreit, wo allerlei Mediziner nicht viel helfen konnten.
Ein Einrenken war immer nur von kurzfristiger Hilfe, da das bereits installierte Programm im Nervensystem nun einmal nicht einfach so wieder gelöscht werden kann. Beziehungsweise durch eine falsche Haltung schnell wieder re-aktiviert wird.
Unser Nervensystem kennt keine guten oder schlechten Bewegungen oder Haltungen. Es speichert diese, die wir selbst einnehmen und oftmals aus Trägheit beibehalten und fährt dieses Programm immer und immer wieder unbewusst ab. Ebenso wie unsere Muskulatur (Memory Effekt) und unser Stoffwechsel mit seinen Körperfettdepots (Jojo-Effekt) hat auch unsere Nervensystem ein Gedächtnis und ein brachiales „Reseten“ (Einrenken oder Spritzen) von außen hilft hier nur bei den leichtesten Fällen – jeder der selbst betroffen ist, kann ein Lied davon singen.
Mehr ist nicht nötig und es ist sogar sehr einfach und gerade für Athleten, die regelmäßig schwer heben, ist es absolut notwendig. Die Summe der entgegenwirkenden Stauchungen ins Hohlkreuz muss dabei mindestens genauso groß sein wie die vorhergehenden in den Buckel.
Das beginnt bei einem geschulten Haltungsbewusstsein – gerade z.B. jetzt beim Lesen. Wie sitzt Du denn da? Also: Brust raus, Schultern zurück, Kopf in Nacken, Rücken und Hals nach oben strecken und gerade sitzen – und dabei ruhig ein wenig das Hohlkreuz betonen. Sauber und tief atmen. Schon besser... ;)
Weiter gehts beim Liegen und Schlafen: Das sollte man – so oft es geht – auf dem Bauch machen und auch so lesen. Besonders zu empfehlen ist hier die Kobra: Bei dieser Übung liegt man auf der Bauchseite und richten den Oberkörper so weit auf, wie es nur geht und stützt sich dabei auf die ausgestreckten Arme.
Auch bereits beim Training nach schweren Übungen ist es sinnvoll, im Stehen die Hände ins Becken zu legen und sich ins Hohlkreuz sinken zu lassen – selbst größere Bewegungsumfänge sind hier keinesfalls schädlich und sollten auch ausgenutzt werden.
ABER nach solchen Dehnübungen ohne Muskelspannung sollte man die beteiligten Körperregionen nicht mehr mit Widerständen trainieren. Ansonsten könnte es hier zu Verletzungen kommen, da die beteiligte Muskulatur nach statischem Dehnen nicht mehr ausreichend zur Stabilisation fähig ist. Deswegen sollte man so auch immer nur nach dem Training und nicht davor oder dazwischen dehnen.
Bei all diesen Bewegungen und Haltungen für den Rücken ist es wichtig, hier nicht mit Kraft zu arbeiten, sondern mit möglichst viel Entspannung. Wir wollen verkrampfte Kontraktionsmuster lösen und aufheben und nicht durch andere ersetzen. Haltung und Schwerkraft sollen hier die Arbeit übernehmen.
Was alle möglichen Ärzte nicht bei mir geschafft haben, haben diese paar Übungen und insbesondere das regelmäßige Lesen auf dem Bauch innerhalb kürzester Zeit wieder ins Lot gebracht – so dass schwerem Heben nichts mehr im Wege steht.
Rückenprobleme sind zu Unrecht derart in Verruf. Auch ich war damals kurz davor, die Hantel ins Korn zu werfen, aber wer weiß, wie mit ihnen umzugehen ist und wie man sie ganz schnell wieder los wird, nimmt von ihnen kaum noch Notiz. Sie gleichen dann in der Regel eher einem starken Muskelkater, den man innerhalb von ein paar Tagen und den Übungen hier schnell wieder im Griff hat. Wer das jedoch nicht macht, muss kurzfristig mit sehr viel Schmerz sowie Bewegungseinschränkung und langfristig sowie selbstverschuldet mit einem Bandscheibenvorfall und drastischen Trainingseinbußen rechnen.
Ich denke, gerade mit diesem letzten Punkt wurde hier wirklich alles Notwendige mitgeteilt, um klar zu machen, dass Kreuzheben für jeden Athleten nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist und das kein Weg daran vorbeigeht, will man groß und stark werden!
Es gilt seit jeher und in alle Zeiten der Paragraph 1 des Kraftgesetzbuches:
Die Würde des Hebens ist unantastbar – denn nichts macht härter, stärker und breiter!
...und jetzt kommst Du!

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Kommentare
Ich checks nicht...
Vorgestern müsste es gewesen sein, da blätterte ich in der Buchhandlung "Kompaktkurs Rücken: Anatomie - Stretching - Muskeltraining " von Oscar Moran Esquerdo durch. Seines Zeichens (den Infos nach) Professor für Sportpädagogik, Trainer der spanischen Gewichtheber- und Bodybuilding-Nationalmannschaft, qualifizierter Fitnesstrainer, Sporternährungswissenschaftler und Experte für asiatische Kampfsportarten....!!
Ein 96-Seitiges Buch nur über den Rücken und nicht auch nur ein einziger Satz übers Kreuzheben! Und das raff ich nicht! Ein, seinen Bezeichnungen nach doch vor Sportwissen strotzender Buchautor der in einem Buch über den Rücken nicht ein Wort übers Kreuzheben verliert??? (das auch noch als Trainer einer Gewichtheber- und Bodybuilding Nationalmannschaft...??)
Wie kann das denn sein??? Ist die Übung welche man in den heute vorherrschenden Fitnesstempeln sowieso gar nicht mehr sieht in Vergessenheit geraten oder halten Autoren sie nicht für Erwähnenswert weil Sie so vielen Leuten eh als zu "gefährlich", zu anstrengend oder sonst was erscheint?
Auf der einen Seite also Autoren welche Übungen wie das Kreuzheben gar nicht mehr erwähnen und dann natürlich auch noch Autoren welche diese Übungen abtun... (wobei ich mir zweiteres in diesem Fall bei einem Trainer der Gewichtheber- und Bodybuilding Nationalmannschaft eigentlich nicht vorstellen kann...?!)
...Und dann Autoren welche sich gegen Grundübungen aussprechen, wie z.B. Dr.Andreas Müller in seinem Werk "Natural Bodybuilding", u.a. mit Argumenten wie extremer Gelenkbelastungen und der hohen psychischen Belastung und weil (hier Kniebeuge) die Hüften verbreitern würden..!
Die heutigen Fitnesstrainer, Buchautoren und widerum die Leute welche diesen Leuten ihr Wissen vermitteln...!? Wo bekommen diese Menschen denn ihr Grundübungen ausblendendes oder vernichtendes "Fachwissen" her??? Ich checks nicht...
P.S: Hüften verbreitern?? Also ich hoffe/glaube meine sind noch nicht Auseinandergegangen, aber ist da was dran? Oder haben Sie vllt von anderen Athleten schon einmal derartiges Gehört?
Noch ein angenehmes Pfingstwochenende! :-)
Schein und Sein
Tja, da könnte man sich einiges fragen ;)
Die gesamt Fitness- und BB-Welt ist nun einmal fast nur Schein - ein gewaltiger milliardenschwerer Schein von unnatürlichen Muskelbergen, zerstörten Gesundheiten, haltlosen Supplement-Versprechen und übertriebenen Traumvorstellungen.
Eine gewaltige Lügenmaschinerie, die aufrechterhalten wird, weil sie sich rechnet und nicht, weil ein Mensch bei Verstand sie für glaubwürdig erachten würde. Für Ruhm und Geld verbiegen wir alle gerne die Realität.
Punkte wie RHT (und somit auch Kreuzheben) haben in dieser Welt offiziell keinen Platz, da man es den Leuten nicht verkaufen kann - ist ja auch viel zu anstrengend :P
(Die Hüfte verbreitert sich nicht durch Kniebeugen, sondern nur durch einen dickeren Arsch. Vielmehr wird sie stabiler durch schweres Heben und Beugen. Das ist die beste Osteoporose-Vorsorge, die es gibt.)
Verschweigen darf man aber auch nicht, dass diese Welt einen wundervollen Kern birgt.
Knochenbau ist genetisch
Knochenbau ist genetisch festgelegt...
Deine Beiträge zur Rückengesundheit
Salve,
Ich habe gerade eben deine Beiträge zur Rückengesundheit im Forum von bbszene de gelesen.
Ich finde super, dass du den Leuten dort hilfst, mein Highlight war "mike buffer", aber das ist ein anderes Thema. :-)
Meine Frage:
Warum verlinkst du den Thread hier nicht, oder machst daraus einen eigenen Artikel für diesen Blog? Es ist wirklich hilfreich und passt doch perfekt zu diesem Thema.
vale!
Rückenprobleme
Saluto,
darüber habe ich auch schon nachgedacht. Ich werde es im Rahmen einer Vorstellung des McKenzie-Buches machen.
Gratias ago!
Das würde mich auch sehr
Das würde mich auch sehr interessieren!
Habe auch hin und wieder Rückenschmerzen...
Hey Christian, eine Frage:
Hey Christian,
eine Frage: Wechselst du den Kreuzgriff bei jeden Satz?
Rechte Hand im Obergriff und linke Hand im Untergriff. Andersrum fühlt sich die ganze Übung "Unsicher" an
Kreuzgriff
Bei schweren Sätzen bin ich immer rechts supiniert und als Ausgleich bei allen leichteren Sätzen andersherum.
Prinzipiell ist es aber nur eine Gewohnheitsfrage.
best exercise ever
Deinem Artikel kann ich nur zustimmen. Kreuzheben ist auch in meinen Augen die beste Komplettübung in Sachen Kraftentwicklung. Habe im November 2009 das erste Mal Kreuzheben ausgeführt mit 70 kg. Heute hebe ich mehr als 230 kg, entspricht fast 320 % des eigenen Körpergewichtes. Und das schöne an der Sache ist, dass ich auch in allen anderen Übungen viel stärker geworden bin ohne dort ein Augenmerk drauf zu legen.
Thema Equipment:
Zum Glück bietet der Bewegungsablauf von konventionellen Kreuzheben dem Equipment nur geringes Unterstützungspotential. So ist der Heber größtenteil auf sich und seine reine Muskelkraft gestellt.
Kreuzheben
Hallo Christian, hallo Mitstreiter,
ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kreuzheben gemacht. Ich bin Spargeltarzan und vom Körperbau eindeutig ein Ausdauersportler. Trotzdem liebe ich diese Übung, denn sie bringt unglaublich viel Kraft und stärkt die Psyche und den Körper. Hier trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen.
Dabei spielt die Stabilität im Becken und in den Knien aus meiner Sicht eine bedeutende Rolle.
Was empfiehlst Du für Übungen vor dem Kreuzheben, speziell für die Stabilität? Zum Beispiel Ausfallschrittübungen zur Stärkung des Kniegelenkes und zur Verbesserung des Gleichgewichtssinnes? Was meinst Du?
Gruß,
Alexander
Einbeintraining
Hey Alex,
Ausfallschritte sind eine feine Sache, noch eine Spur besser sind einbeinige Beugen und einbeiniges Heben.
Sehr ansprechend und eine absolut gute Stabiliastionsübung für Hüfte und Beine sind alternierende einbeinige Good Mornings, bei denen man die volle ROM fährt (Brustkorb auf Schenkel - ausreichend in die Knie gehen) und das freie Bein immer gestreckt nach hinten hält und mit diesem die Bewegung stabilisiert wie ein Nager mit seinem Schwanz.
Hier habe selbst ich Muskelkater in Regionen bekommen, die ich in 13 Jahren Krafttraining sonst noch nie so krass gespürt haben.
Aber bei der Übung sollte man nur ganz langsam das Gewicht steigern und sehr kontrolliert vorgehen. Zu Beginn tut es auch erstmal ein Besenstil und bereits damit werden viele schon Probleme haben. Später kann man dann die Stange nehmen und evtl. sogar ein wenig Gewicht draufpacken - auf eigene Verantwortung. Bei höherem Gewicht sollte man dann eher auf einbeiniges Kreuzheben mit starkem Hüfteinsatz setzen, da es ansonsten zu gefährlich wird - es sei denn, man hat ein Power Rack ;)
Einbeinige Kniebeugen
Mit einbeinige Kniebeugen meinst du da die Pistols, Airborn Lunches alla Pavel Tsatsouline (Naked Warrior)oder mehr Richtung Rumänische Kniebeugen und Cossack Squats?
Einbeinig
So was wie Cossack Squats mache ich auch ab und an, aber mit Reißgriff und der Hantel über Kopf - ebenso wie auch Beugen auf diesen instabilen Kreiseln oder anderen weichen oder instabilen Unterlagen und auch immer über Kopf - das ist so deutlich fordernder.
Aber das sind dann keine einbeinigen Sachen. Das wichtige bei den einbeinigen Übungen ist, dass ein Bein wirklich in der Luft ist und das deswegen theoretisch das Becken seitlich wegkippen müsste und nur durch seine Stabilisierungsmuskulatur aufrecht gehalten wird - also in dem Fall eher Pistols als Cossacks.
Wobei Pistols mit dem Bein nach vorne wiederum eher unfunktional sind (und das vom Pavel ;) - bei einem Sprinter, Ballsportler oder vor allem Eisschnellläufer wäre der Kraftübertrag auf seine Disziplin bedeutend größer, wenn er das freie Bein nach hinten ausstrecken würde - weshalb das Ding auch als Skater-Beuge bezeichnet wird.
Dein Feedback zu Kreuzheben
Hi Christian, vielen Dank für die Stabilisierungsübungen. Werde ich morgen direkt einmal ausprobieren. Gruß, Alex
Es ist wirklich großartig,
Es ist wirklich großartig, dass hier junge und lernwillige Sportler wie ich an deiner Trainingserfahrung teilhaben können, dafür erstmal einen großen Dank.
Deine Wortwahl ist wirklich motivierend, am Liebsten würde ich jetzt noch ein paar Sätze Kreuzheben machen.
Spiele gerade auch mit dem Gedanken, dein Buch zu bestellen, ich höre auf BBSzene ja durchweg positives Feedback ;)
Wenn dir die Blogeinträge
Wenn dir die Blogeinträge gefallen, dann überleg nicht lange, sondern greif direkt zu! Der Inhalt ist quasi "more of the same". Je nach Trainingserfahrung und Informationsstand steht u.U. nichtmal viel Neues für dich drin, aber es ist auf den Punkt gebracht und einfach so dermaßen motivierend geschrieben. Darüber hinaus ist es mit einleuchtenden Vergleichen und Zitaten nur so gespickt.
Das Buch eignet sich auch super zum mehrmaligen Lesen, ich habe es bereits zweimal durch.
Christian, für dein nächstes Buch hast du einen Käufer schon sicher... ;)
Vielen Dank, Daniel!
Vielen Dank, Daniel!
Hi Christian, ich habe immer
Hi Christian,
ich habe immer wieder Probleme mit dem Kreuzheben. Das zeigt sich durch Ziehen und Stechen nach dem Heben im Leistenbereich, woraufhin ich dann immer pausieren muss. Mein Arzt sagt, dass das auf meinen Leistenbruch in Kinderjahren zurückzuführen ist und ich schweres Heben unbedingt vermeiden soll, da ich durch meine Vorbelastung dort sonst immer wieder Probleme haben werde. Danach habe ich erst mal das Kreuzheben aufgegeben.
Durch den Artikel habe ich jetzt schon Lust wieder mit dem Kreuzheben anzufangen... Probleme mit dem Rücken habe ich nicht, einen geraden Rücken und die anderen Dinge, die du hier schreibst habe ich auch immer eingehalten... Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich doch irgendetwas falsch mache oder ob diese Übung wirklich nichts für mich ist, bedingt durch meine Vorbelastung...
Sorry
...aber da muss ich passen. Ferndiagnosen sind nie sinnvoll. Kann an der Technik liegen, am zu hohen Gewicht und auch an medizinischen/anatomischen Gründen. Da müssen kompetente Trainer, Therapeuten und Medizinier vor Ort drüber schauen.
Das Training einer absolut natürlichen Bewegung jedoch für immer an den Nagel zu hängen, ist imho Blödsinn. Man sollte bei sensiblen Bereich natürlich etwas vorsichtiger vorgehen, aber das Grundpinzip aller Adaption ist auch hier gültig: Am Widerstand wächst man!
Wie steht es, wenn Du mit ganz leichten Gewichten einsteigst, langsam steigerst und Dich erstmal voll auf die Technik konzentrierst?
Ja, das werde ich mal
Ja, das werde ich mal probieren, denn mit sehr leichten Gewichten hatte ich keine Probleme, nur bei mittelschweren bis schweren Gewichten. Ich werde jetzt noch mal mit leichten Gewichten einsteigen, diesmal länger in diesem Bereich bleiben und, so wie du sagst, mich nur langsam steigern und genau auf die Technik achten. Sobald Probleme auftreten, werde ich mich dann noch mal an einen Arzt wenden.
Vielen Dank für deine Hilfe! Wäre schade, wenn ich diese Übung für immer aufgeben müsste...
Du packst das schon... und
Du packst das schon...
und denk immer dran: Ein Leben ohne Heben ist zwar möglich, aber keine Lösung ;)
Regenerationszeit
Hey Chris,
ich hatte mich schon gefragt, warum man hier nichts Ausführliches zu Kreuzheben findet und die Übung im Vergleich zu Kniebeugen hier nur immer am Rand erwähnt wurde... :)
Ich hätte da mal eine Frage bezüglich der Regenerationszeit. Ich hab zwar schon ein paar Jahre Trainingserfahrung, bin aber kraftmäßig noch längst nicht so weit, wie ich sein könnte, deswegen kann ich das vielleicht noch nicht gut beurteilen. Und zwar sagt man ja, dass Kreuzheben im Vergleich zu Kniebeugen eine wesentlich längere Regerationszeit hat. Mark Rippetoe z.B. schreibt es in Starting Strength, weswegen sein Programm in jeder TE Kniebeugen vorsieht, Kreuzheben aber abwechselnd mit Power Clean nur jede zweite TE und dann auch nur ein Satz mit fünf Wiederholungen.
An sich halte ich so ein Grundübungenprogramm auch für das beste, denke aber, dass man dem Deadlift mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Deswegen hab ich in den letzten Monaten dreimal pro Woche ein Programm ausgeführt, welches Kniebeugen und Kreuzheben abwechselt. Das wurde mir aber schnell zuviel, weswegen ich auf zweimal die Woche reduzierte. So beuge und hebe ich momentan nur jeweils einmal pro Woche, vorher entweder ein- oder zweimal (Mo-Mi-Fr, entweder KB/KH/KB oder KH/KB/KH).
Jetzt bin ich mir unsicher, ob es nicht vielleicht doch besser wäre, dreimal zu trainieren, jedesmal zu Beugen und die Frequenz und das Volumen des Kreuzhebens zu reduzieren, zugunsten einer höheren allgemeinen Trainingsfrequenz (wie es eben Rippetoes Programm auch vorsieht)...
Mich interessiert das vor allem vor dem Hintergrund, dass ich seit ca. einem halben bis ganzen Jahr an einer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung leide. Vorher war ich quasi "nie" krank in meinen guten 23 Lebensjahren... Ich war natürlich beim Arzt, der mir immer nur Antibiotika verschrieb. Dann habe ich aber einen HNO aufgesucht, der mich untersucht und geröntgt hat und es ist einfach nichts festzustellen.
Nun hab ich halt von einigen die Theorie gehört, dass dreimal die Woche Grundübungen Training schon zuviel sein kann(!), weswegen ich auf zweimal die Woche reduzierte. Im Endeffekt hat es nichts gebracht, ich bin momentan schon wieder erkrankt; nach spätestens 1-1,5 Monaten bricht es immer wieder aus, was natürlich richtig scheiße ist, das ich mich so im Training nicht wirklich steigern kann. Ich trete im Gegenteil schon seit mindestens einem halben Jahr auf der Stelle...
Das Ganze führt mich zu meiner zweiten Frage, die sich auf Ernährung bezieht. Und zwar hatte ich eine nette Unterhaltung mit meiner Apothekerin, die mir interessanterweise kompetenter erscheint, als mein Hausarzt. Ich hab ihr meine Situation geschildert und sie ist der Meinung, dass viele Erkrankungen auf mangelhafte Ernährung zurückzuführen sind. Das klingt logisch und auch im Internet kann man vielerorts nachlesen, wie heilsam eine gesunde Ernährung sein kann.
Doch was ist schon "gesunde" Ernährung? Irgendwie kann man das nicht genau definieren. Eine weit vorherrschende und nachvollziehbare Meinung ist, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Das schreibst du ja auch in deinem Buch (super motivierendes Buch! Top!). Viele gehen dann aber soweit, dass 80% der Nahrung aus Früchten und Gemüse bestehen soll und Getreide schlecht ist, Fleisch ja sowieso und Milchprodukte auch. Was kann man dann überhaupt noch essen? Und vor allem, wie verträgt sich "gesunde" Ernährung mit der Ernährung für uns Kraftsportler? Wir brauchen nunmal genügend Kalorien, da kann man nicht den ganzen Tag nur Obst fressen...
In deinem Buch empfiehlst du Reis Haferflocken und Kartoffeln, weil sie hochwertige Eiweiße und Kohlenhydrate haben. Haferflocken esse ich recht oft, die haben ja auch recht viele Kalorien. Aber Reis und gerade Kartoffeln sind ja nicht gerade sooo energiereich. Und die haben doch kaum Eiweiß?
So, ich hoffe das war alles halbwegs verständlich. Es wäre super, wenn du zu meinen zwei Fragen bezüglich der Regenerationszeit und Ernährung Stellung nehmen könntest.
Danke.
Regeneration & Ernährung
Lieber Daniel,
Regeneration und Ernährung gehen Hand in Hand:
Eine hohe Infektanfälligkeit kann grundlegend viele Ursachen haben, vor allem aber ein zu generell hohes und nicht kompensierbares Stressniveau. Dieses ist die Summe aus schlechtem/unregelmäßigem Schlaf, Streit, Beziehungs- und Arbeitsbelastungen/-problemen, einer zu angespannten inneren Einstellung, Bedrohungen des Alltages, schlechtem Gewissen, Zukunftsängsten usw.
Das Training an sich ist hier auch ein wichtiger Faktor aber Studien zum Thema Übertraining haben gezeigt, dass er nicht überbewertet werden sollte. Prinzipiell ist der Körper sehr anpassungsfähig. Das gilt auch für hochfrequentes Training mit GK-Übungen und schweren Gewichten. Am labilsten ist hier das ZNS und das brennt meistens dann am schnellsten aus, wenn es durch immer wieder die gleichen Belastungen bombardiert wird.
Wer somit seine Übungen und Belastungsbereiche dauerhaft mikroperiodisiert und es auch pro TE nicht übertreibt (frisch bleiben), der kann auch dauerhaft und ohne Probleme hart und oft trainieren. Wie Zatsiorsky schon so treffend formuliert hat: ”Train as heavy as possible, as often as possible, while staying as fresh as possible.“
Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg.
Auch die Ernährung ist hier überaus bedeutend. Fleisch, Fisch, Eier, Käse und Co sind überaus gesund und leistungsfördernd, aber nur, wenn auf der anderen Seite auch genau so viel Gemüse und Obst konsumiert wird, um einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu haben und ausreichend Mineral-, Vitamin-, Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe.
Fett spielt hier ebenfalls eine große Rolle. Hochwertige Fette/Öle sollten täglich konsumiert werden. Kohlenhydrate sollten nur von Hard Gainern rücksichtslos verschlungen werden, alle anderen sollten hier etwas vorsichtiger sein als bei Protein und Fett. Es gibt essentielle Aminosäuren und essentielle Fettsäuren, aber essentielle Kohlenhydrate gibt es nicht. Und bei allem sollte man immer darauf achten, dass man ein möglichst naturbelassenes Produkt verköstigt. Ein Blick auf das Etikett der Inhaltststoffe reicht hier bereits oft aus, um einem den Appetit vergehen zu lassen. Wenn hier nur chemisches Fachchinesisch aufgelistet ist, sollte man das Produkt schleunigst wieder zurücklegen.
Die Grundregel: "Möglichst unbehandelte Nahrungsmittel" gilt also weiterhin ;)
PS.: Gerade bei hochfrequentem Training wird der Stoffwechsel enorm hochgepusht, wenn man hier nicht mit ausreichend Kalorien nachheizt, wird man schnell ausbrennen.
Bei mir sind die Kniebeugen
Bei mir sind die Kniebeugen auch besser als das KH.
97,5x10x3 gegen 87,5x10x3. Mal sehen ob mit der von dir beschriebenen Technik mehr geht. Habe den Lat bis jetzt nicht wirklich miteinbezogen.
Mehr beugen als heben.
Es muss auch gesagt sein, dass die bessere Beugeleistung oftmals am besseren Beuge-Equipment der Powerlifter liegt.
Das Equimpent fürs Heben ist längst nicht so ausgereift, bzw. hilft bei weitem nicht so viel nach, wie Anzug, Gürtel und Bandagen beim Beugen - bei letzterem können so durchaus 70kg und mehr drin sein und schwupps kommt man auch auf eine deutlich stärkere Beugeleistung.
Heben ist einfach das tollste
Heben ist einfach das tollste was es gibt. Der Artikel ist der Übung auf jeden Fall würdig. Gut geschrieben!
Aber warum sagst du immer das keiner ein Power Rack hat. Ich habe auch eins hier. So teuer sind die ja nicht.
Power Rack
Hast recht, wenn man zu Hause trainieren möchte, ist das durchaus drin. Aber ich meine eher die Studios und Vereine - da sind patente Racks sehr spärlich gesät.
Tach Lupus, eigentlich wie
Tach Lupus,
eigentlich wie alle deine Artikel, mal wieder äusserst lesenswert! Nur trifft der Artikel auch einen wunden Punkt bei mir...
Wie du bin ich der Meinung das es für Wachstum wenig besseres gibt, als schwer zu heben.
Aufgrund von mittlerweile anhaltenden Rückenproblemen (die sich in den letzten 2-3 Monaten eingeschlichen haben), hab ich das Heben (vorerst) auf Eis gelegt.
Nun löst so ein Artikel natürlich beim ambitionierten Eisensportler ein mächtiges Kribbeln aus... hehe. Aber werde trotzdem noch ne Weile aufs Heben verzichten. Bin schon froh das ich wieder moderat beugen kann.
Habe mir in den letzten Wochen das Buchen von Robin McKenzie zu gemüte geführt und das hat aufjedenfall schonmal reichlich abhilfe geschaffen. Bin inzwischen recht beschwerde frei... nur an meiner Haltung besonders beim längeren Sitzen vorm Rechner z.B., muss ich noch stark arbeiten. Dort habe ich nach längerem Sitzen immer ein "steifes" Gefühl im LWS-Bereich. Ein paar Extensionsübungen danach helfen aber immer gut.
So weit so gut... was ich sagen wollte. Da du deine Schmerzperiode ja erfolgreich gemeistert hast, bin ich aufjedenfall noch zuversichtlich und motiviert, dass ich mich auch in baldiger Zukunft wieder ans Heben machen kann. (zumindest moderat)
nur hab ich da aktuell noch eine zu große psychische Blockade (Angst), dass wenn ich zu stark meinen Rücken belaste, dort womöglich schwerere Schäden enstehen könnten.
beste grüsse ausm hohen Norden...
(wäre cool du würdest mal demnächst ein Blog zum Thema HFT bzw. dein Trainingssystem schreiben... die Infos im I-net sind da echt rar gesät. Ich weiss du schreibst da wohl greade ein Buch drüber (wenn ich das rchtig mitbekommen habe)... aber ein kleiner Appetittmacher wäre doch mal was...)
Rückengesundheit - Blockaden
Servus fx:flow,
ja, das liebe Sitzen. Abgesehen vom Training sitze ich auch von morgens bis nachts durchgehend und genau das hat mir damals auch die Rückenprobleme beschert.
Sobald man sich hier wieder auf die Lektüre/Arbeit konzentriert, rutscht man ruck zuck wieder in die üblichen schlechten Haltungen. Ein guter Stuhl oder auch ein Kissen im Rücken oder ein Keilkissen zum Draufsetzen können da ein wenig Abhilfe schaffen, aber grundsätzlich liegt es in der eigenen Verantwortung, hier immer wieder aufs Neue die richtige Haltung einzunehmen.
Das Nervensystem lässt sich extrem schnell konditionieren. Solange wir den Großteil der Zeit nicht aufrecht sitzen, werden wir automatisch immer wieder in eine schlechte Haltung rutschen, wenn wir die Aufmerksamkeit nicht auf die korrekte richten. Das ist wie mit schlechter Technik beim Training.
Erst wenn wir es schaffen, den Großteil der Sitzzeit korrekt zu sitzen, wird das Nervensystem dies auch als Automatismus annehmen. Also los... ;)
Und durch die Blockade musst Du durch. Wenn Du mit sauberer Technik, schmerzfreiem Rücken und beherrschbaren Gewichten an die Stange gehst, gibt es absolut keinen einzigen Grund, hier nicht zu heben!!! Mach Dir das bewusst! So auf die Schnelle zieht man sich keinen Bandscheibenvorfall zu. Das ist nur das Explodieren des Fasses, das langfristig einseitig gestaucht und nie entlastet wird.
Also wenn alles passt, dann ran ans Gewicht. Kreuzheben ist nicht der Tod der Rückengesundheit, sondern vielmehr ein sehr starkes Fundament dafür.
Die Schultern vorne hängen zu
Die Schultern vorne hängen zu lassen halte ich nicht für einen Fehler. Wenn man die Schultern zurück zieht, verlängert man nur die ROM. Man muss sich nur an ein etwas anderes Bewegungsmuster gewöhnen. Traps werden natürlich trotzdem angespannt.
Es heben auch praktisch alle Powerlifter mit "lockeren" Schultern.
Ich bin mir garnicht sicher ob das mit schweren Gewichten auch anders möglich wäre.
Ansichstssache
Möglich ist es auf jeden Fall, meiner Erfahrung nach kann der Trap auch deutlich stärker arbeiten als andere Hebemuskeln. Dadurch bekommt man auch ein wunderbares Traptraining und die Schultern und der Oberkörper sind stabiler - für den reinen Trainingseffekt empfinde ich diese Variante deswegen als sinnvoller.
Die ROM bleibt gleich, da der Trap ja bereits vor Aufnahme der Hantel kontrahiert und nicht erst beim Lockout nach hinten gezogen wird.
Dennoch Danke für den Einwurf...